Das Busch-Schulhaus ist fast fertig

ALTNAU. Vor einem Jahr haben die Altnauer Primarschüler an einem Sponsorenlauf Geld für den Bau eines Schulgebäudes in der kenianischen Provinz Ganze gesammelt. Das Projekt ist gelungen.

Martina Eggenberger Lenz
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So sah das neue Schulhaus in Mbonga kurz vor der Einweihung im Oktober aus. (Bild: pd)

So sah das neue Schulhaus in Mbonga kurz vor der Einweihung im Oktober aus. (Bild: pd)

In den Herbstferien ist Olivia Bosshart wieder nach Kenia geflogen, um sich vom Ergebnis ihrer Sammelaktion zu überzeugen. Vor einem Jahr hat sie zusammen mit den Altnauer Primarschülern einen Sponsorenlauf organisiert. Mehr als 20 000 Franken sind zusammengekommen. Mit den weiteren privaten Spenden konnte die Lehrerin insgesamt 32 000 Franken etappenweise nach Kenia überweisen. Dieser Betrag reiche für den Bau eines ganzen Schulhauses aus, hiess es.

Innenausbau fehlt noch

«Im voraus wurde mir gesagt, die Schule sei fertig. Vor Ort musste ich dann feststellen: fertig bedeutet nach kenianischen Vorstellungen etwas anderes als bei uns», erzählt Olivia Bosshart. Der Rohbau stehe, das Dach sei ebenfalls drauf und dicht, und es finde bereits Unterricht in den Räumen statt. Die Fenster sind vergittert, wegen der Wildtiere. Die Einheimischen wären damit schon zufrieden. Nicht aber die Altnauer Lehrerin: Der ganze Innenausbau fehlt noch. «Ich will die Schule richtig fertig bauen. Einen gegossenen Boden, Strom- und Wasseranschluss realisieren und einiges Mobiliar beschaffen», sagt die Lehrerin. Hierfür will sie noch weitere Spenden sammeln. Das Projekt kostet jetzt nämlich voraussichtlich 60 000 Franken, also doppelt so viel wie ursprünglich gedacht. «Ich ziehe das jetzt durch.»

Vorher sass man unterm Baum

Nichtsdestotrotz wurde die Schule beim Besuch der Schweizerin, in Ganze bekannt als «Madame Olivia», mit einer langen Zeremonie feierlich eingeweiht. Fünf Stunden haben die Festivitäten gedauert. Mit dabei waren nebst den Schülern und Eltern auch Regierungschef Peter Shehe und kenianische und Schweizer Vertreter des Vereins Pro Ganze. Mbonga ist mit 450 Schülern eine der grösseren Schulen in der Provinz Ganze. Bevor das Schulhaus stand, fand der Unterricht im Freien statt. Wenn es regnete, fiel die Schule aus. «Ich bin zufrieden mit dem Erreichten», sagt Olivia Bosshart. Es sei schön zu sehen, dass man tatsächlich etwas bewirken könne.

Solartechnik und Geissen

Die Lehrerin will sich auch in Zukunft für Pro Ganze und Kenia engagieren und einmal jährlich nach Afrika reisen. Ihre Energie werde sie aber in neue Projekte investieren. Zum Beispiel ermöglicht Pro Ganze mehreren Interessierten eine Ausbildung zum Solartechniker, um die Stromversorgung in Dörfern zu ermöglichen. Ein anderes Projekt ist die Anschaffung von Ziegen als Existenzgrundlage für Familien. Noch ein anderes gibt Informationen zu abwechslungsreicher Ernährung und Anbaumethoden weiter.

www.proganze.com

Olivia Bosshart Primarlehrerin und Helferin von Pro Ganze (Bild: pd)

Olivia Bosshart Primarlehrerin und Helferin von Pro Ganze (Bild: pd)