Das Blatt wird sich wenden

Eine unrühmliche Spitzenposition im Kanton möchte die Stadt Arbon am liebsten so schnell wie möglich loshaben: die nämlich mit dem höchsten Steuerfuss. Da schwingt die Politische Gemeinde obenauf. Aber: Das Blatt könnte sich wenden. Die Chance liegt in der Stadterneuerung.

Max Eichenberger
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Eine unrühmliche Spitzenposition im Kanton möchte die Stadt Arbon am liebsten so schnell wie möglich loshaben: die nämlich mit dem höchsten Steuerfuss. Da schwingt die Politische Gemeinde obenauf. Aber: Das Blatt könnte sich wenden. Die Chance liegt in der Stadterneuerung.

Steuerkraft anheben

Zwischendurch hat es beim Gesamtsteuerfuss eine kurzfristige Entlastung gegeben, weil die Primarschulgemeinde zwei Prozentpunkte weniger einfordert. Gedacht war das als teilweise Kompensation der Erhöhung, welche die Sekundarschulgemeinde schon seit drei Jahre anbegehrt. Doch erst diesen November hat eine knappe Mehrheit erkannt, dass ein drittes Nein die Sek in den Ruin treiben könnte.

Auch die städtischen Finanzen hat das Parlament schonungslos als Sanierungsfall bezeichnet. Die Schieflage ist eine Folge von Aufgaben, die sich die Stadt selbst aufgehalst hat, oder Leistungen, die sie zu erbringen hat – das beim höchsten Steuerfuss von 76 Prozent. Dieser ist aber auch so hoch, weil die Steuerkraft unterdurchschnittlich ist. Geschuldet ist dies strukturellen Handicaps. Bei der Steuerkraft der Arboner würde Frauenfeld satte zweistellige Millionendefizite schreiben.

Bauen für die Zukunft

Der Stadtrat setzt nun alle Hoffnung für eine Gesundung der Finanzen auf die städtische Entwicklung – und neue Steuerzahler, die den Durchschnitt heben. Zwar muss die Stadt in die Erschliessung neuer Überbauungen investieren. Doch mit jeder neuen Wohnung, die bezogen wird, kann Arbon sein strukturelles Defizit, das auch im günstigen Wohnraum begründet liegt, aufwiegen. Die Hoffnung ist berechtigt: Denn die Stadterneuerung vollzieht sich in rasantem Tempo.

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