Das Asylzentrum sucht einen neuen Catering-Service

Das Empfangs- und Verfahrenszentrum Kreuzlingen sucht einen Catering- Partner. Caesar Andres vom Staatssekretariat für Migration erklärt, wieso.

Annina Flaig
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Herr Andres, wer kocht aktuell für die Asylsuchenden in Kreuzlingen?

Caesar Andres: Aktuell kocht das Hotel Bahnhof Post in Kreuzlingen für das EVZ Kreuzlingen das Mittag- und das Abendessen.

Weshalb sucht das EVZ Kreuzlingen derzeit per Inserat nach einem neuen Catering-Partner?

Andres: Willy Schmid übergibt das Hotel Bahnhof Post per 1. Juli einem Nachfolger. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) nutzt diesen Anlass, um einen neuen Lieferanten zu suchen.

Wäre es auch denkbar, dass die Verpflegung in der Küche des EVZ zubereitet wird?

Andres: Das Asylgesetz sieht vor, dass das Staatssekretariat für Migration Aufgaben im Betrieb der Empfangs- und Verfahrenszentren, die nicht den Kern des Asylverfahrens berühren, an Dritte abgeben kann – zum Beispiel die Betreuung und Verpflegung der Asylsuchenden. In Kreuzlingen ist ausserdem die Küche des EVZ nicht dazu konzipiert, um darin für mehrere hundert Personen zu kochen. Sie ist dafür zu klein.

Laut Inserat sollen bis zu 600 Asylsuchende verpflegt werden. Im EVZ gibt es aber nur rund 350 Asylsuchende. Sind hier Asylsuchende der Zivilschutzanlage Fohrenhölzli, des Feuerwehrdepots Ost oder der Zivilschutzanlage in Sulgen mit eingerechnet?

Andres: Das EVZ Kreuzlingen verfügt über 290 Betten. Zusätzlich werden aktuell die Zivilschutzanlage Fohrenhölzli mit 60 Betten und die Zivilschutzanlage Ost mit 112 Betten betrieben. Bei hohen Eintrittszahlen von Asylsuchenden kann es zudem vorkommen, dass vorübergehend mehr Asylsuchende in der Region Kreuzlingen untergebracht und verpflegt werden müssen, und bei tiefen Eintrittszahlen dementsprechend weniger als 350. Das Catering für die ALST Sulgen erfolgt nicht von Kreuzlingen aus.

Ist die Suche nach einem Catering-Partner regional ausgerichtet?

Andres: Aus Sicht des SEM kann die Flexibilität bei Schwankungen der Asylgesuche, eine zeitgerechte Lieferung und eine gute Qualität durch einen Lieferanten in der näheren Umgebung besser gewährleistet werden. Die Mahlzeiten werden vor dem Mittag- und Abendessen in Wärmeboxen angeliefert. Eine allfällig nötige Nachlieferung muss innert nützlicher Frist gewährleistet sein. Auch sprechen ökologische Aspekte wie die Vermeidung langer Transportwege für einen Bezug vor Ort. Schliesslich soll eine Verankerung des EVZ in der Region angestrebt werden.

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