Das Alter ist bunt geworden

Die sogenannten Babyboomer kommen in die Jahre. Helmut Bachmaier zeigte in seinem Vortrag auf, wie sich Gesellschaft und insbesondere Altersbild verändert haben.

Hugo Berger
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AMRISWIL. Der ABA-Saal war am Mittwoch bis auf den letzten Platz besetzt. Von Helmut Bachmaiers Vortrag angesprochen fühlte sich vor allem die sogenannte Babyboomer-Generation, Jahrgänge von Mitte der 40er- bis Anfang der 60er-Jahre. Organisiert wurde der Anlass von Odd Fellows Amriswil.

Ruhestand als Unwort

Die Gesellschaft und das Altersbild hätten sich grundlegend geändert, sagte der Professor aus Konstanz. Wesentliches Merkmal der heutigen Gesellschaft sei die Vielschichtigkeit, die sich etwa in der Familie und im Beruf ausdrücke. So existierten beispielsweise neben der traditionellen Familie noch weitere Partnerschaften wie die gleichgeschlechtliche und die Patchwork-Familie. Auch gebe es heute nicht ein Altersbild, sondern viele verschiedene.

Die Bezeichnung Ruhestand sei ein Unwort, das insbesondere durch die wesentlich längere Lebenserwartung seine Gültigkeit verloren habe. «Machen Sie aber auch nicht das Gegenteil, fallen sie nicht in den Unruhestand», riet Bachmaier. Wer überall seinen vollen Terminkalender vorzeigt, beweise damit nichts anderes, als dass er vor irgendetwas auf der Flucht sei. Erfolgreich alt zu werden bedeute vielmehr, sich einer sinnvollen Aufgabe widmen und sich weiterentwickeln.

«Vergessen Sie ruhig!»

In puncto Lernen hatte der Referent eine gute Nachricht: Der ältere Mensch lernt summa summarum so gut wie ein junger. Die Auffassungsgabe ist zwar nicht mehr so schnell, dafür kann er das Gelernte besser in sein bestehendes Wissen einordnen. Und noch mit einem weiteren Vorurteil räumte er auf: Vergessen muss nichts Schlimmes sein. «Vergessen Sie ruhig Dinge, die nicht so wichtig sind!» Denn wer einen grossen Erinnerungsschatz habe, müsse zwangsläufig auch vergessen können. Und über allem, so Bachmaier, sollte eines nicht fehlen im Alter: nämlich der Humor.