Das alte Gemeindehaus bedeutet für einige Heimat

An der Orientierungsversammlung diskutierten die Stimmbürger, ob die Verwaltung in eine neue Überbauung ziehen soll. Über Tempo 30 und die Parkplatzbewirtschaftung waren die Meinungen geteilt.

Nicole D'orazio
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Das alte Schulhaus in Güttingen steht leer. Es soll bald einer Überbauung weichen. (Archivbild: Reto Martin)

Das alte Schulhaus in Güttingen steht leer. Es soll bald einer Überbauung weichen. (Archivbild: Reto Martin)

Die geplante Ausfahrt der Zentrumsüberbauung in die Hauptstrasse gab zu reden. Für die Votanten ist sie wegen des Durchgangsverkehrs am falschen Ort. Am Mittwochabend kamen viele Güttinger an die Orientierungsversammlung. Am 28. November wird abgestimmt. «Die Ausfahrt dort ist wie russisches Roulette, bei Feierabendverkehr kann man kaum rausfahren», sagte ein Stimmbürger. Besser wäre die Ausfahrt in die Bahnhofstrasse.

Das Land, auf dem die Überbauung geplant ist, gehört der Schulgemeinde. Diese will einen Teil – auf dem Eigentumswohnungen entstehen sollen – für 1,08 Millionen Franken verkaufen. Der andere Teil – für Mietwohnungen – soll im Baurecht abgegeben werden. Dafür wird mit jährlichen Zinseinnahmen von 43 400 Franken gerechnet. Einige Votanten mahnten, dass dieser Zins zur Folge haben könnte, dass die Schule zu viel einnimmt und vom Kanton tiefere Beiträge kämen. Auch fanden es nicht alle in Ordnung, dass der Zins nur in die Schulkasse fliessen soll. Die Gemeinde solle auch etwas davon haben.

Einige hängen am alten Gemeindehaus

Die Meinungen, ob die Gemeindeverwaltung in die neue Überbauung ziehen soll, waren geteilt. Einige äusserten sich positiv dazu, dass die Büros im Erdgeschoss eines neuen Mehrfamilienhauses eingerichtet werden sollen. «Mir gefällt das gut. Es ist dorfplanerisch gedacht, man hilft sich im Zentrum gegenseitig, und es ist eine Aufwertung», sagte ein Votant. Das alte Gemeindehaus könne man gut verkaufen. Er habe seine Meinung geändert, da ein Stockwerk gut umfunktioniert werden könnte, falls nötig, schloss sich ihm ein anderer an. «Ich fände es sehr schade, wenn man das alte Gemeindehaus aufgeben würde», meinte ein anderer Stimmbürger. «Man könnte sicher etwas Schönes aus ihm machen. Für viele ist es ein Stück Heimat.» Ein anderer Votant hinterfragte, dass Diskretschalter benötigt werden.

Der Gemeinderat möchte in vier Quartieren Tempo 30 einführen. Dazu waren eher kritische Stimmen zu hören. «Wer jetzt zu schnell fährt, tut das weiterhin», meinte ein Votant. Ein anderer fand es schlecht, dass man so ein Tor öffne, damit die Leute ihren Fahrausweis verlieren würden. «Mich reuen die 80 000 Franken, wenn der Durchschnitt sowieso schon langsam fährt», meinte ein anderer. Auch das geplante Parkreglement fanden nicht alle gut. Über den Sommer sollen alle Parkplätze nördlich der Bahnlinie kosten. «Ich finde es nicht okay, dass auch die Güttinger zahlen sollen», meinte eine Votantin. «Wir bezahlen schon genug.»

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