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Damit der Weiher nicht verlandet

ARBON. Weil der Hegi-, Feilen- und Fallentürlibach Geschiebe und Schwebestoffe mitführen, muss der Arboner Aachweiher periodisch ausgebaggert werden. Nach den Sommerferien wird der Grund abgesogen.
Max Eichenberger
Erholungszone mitten in der Stadt: Dem Aachweiher werden nach den Sommerferien 4800 Kubikmeter Schwemmmaterial entnommen. (Bild: Max Eichenberger)

Erholungszone mitten in der Stadt: Dem Aachweiher werden nach den Sommerferien 4800 Kubikmeter Schwemmmaterial entnommen. (Bild: Max Eichenberger)

4800 Kubik werden dem Weiher über einen Saugbagger entnommen und dann entwässert. Dazu wird ein Flockungsmittel beigegeben. Das Wasser wird dann wieder in den Weiher zurückgeleitet und das getrocknete Schwemmgut auf eine Deponie gebracht. Bei diesem Verfahren muss der Weiher nicht zuerst trockengelegt werden. Das schont Fauna und Flora.

Künstlich entstanden

Das Weiherareal ist neben den Quaianlagen und dem Seepark die grösste und älteste städtische Erholungszone. Der Weiher selber ist vor über hundert Jahren künstlich entstanden. Beim Aushub damals war auch das Umgelände aufgeforstet worden. Zuvor floss hier die Aach in einem normalen Bachbett dem See zu. Die Entstehungsgeschichte des Weihers und der Erholungszone hängt eng mit der Industrialisierung der Stadt um die vorletzte Jahrhundertwende zusammen. Saurer betrieb damals in der Altstadt eine Fabrik, die später zu einem Imperium wuchs. Das Unternehmen erstellte zwischen Bahnhof und Landquartstrasse später weitere grosse Fabrikbauten. Es ist dies das heute sich im Eigentum von HRS befindliche Saurer WerkZwei.

Bauland für Industrie

Dieses Areal, nach dem Saurer-Niedergang heute grösstenteils Industriebrache, soll in den nächsten 10 bis 15 Jahren entwickelt werden und dort ein neuer Stadtteil von Arbon entstehen. Bevor Saurer wegen Platzknappheit im Städtli expandierte und an der einstigen Peripherie baute, erstellte Arnold Baruch Heine dort ausserhalb der städtischen Siedlung einen Stickereibetrieb: Nova Seta (Neue Seide). Heute befindet sich dort das Einkaufszentrum Novaseta. Der Deutsch-Amerikaner Heine führte schon in St. Gallen einen Betrieb. Nach Arbon kam er durch Vermittlung von Adolph Saurer. In den Heine-Fabriksälen ratterten Saurer-Stickmaschinen. Und so wechselten diese künftig innerhalb Arbons von der Produktionsstätte zum Einsatzbetrieb.

Mit Aushub Riedland verfestigt

Saurer hatte zwar das Vorkaufsrecht auf das Land, gewann aber die Bürgergemeinde als Eigentümerin dafür, das Gelände an Heine abzutreten. Um die Fabrik bauen zu können, musste das sumpfige Riedland aber erst verfestigt werden. Das Terrain wurde über den Seespiegel angehoben. Fichtenstämme wurden eingeschlagen, um den Baugrund zu sichern. Und Tausende Tonnen Erdmaterial hatten die Bauarbeiter herangekarrt. Deshalb hatte man auch südöstlich des «Wildparks» beim Bachlauf Unmengen von Erdmaterial ausgehoben und dort einen 10 000 Quadratmeter grossen Weiher entstehen lassen.

Erworben und aufgeforstet

Weil die Ortsgemeinde knapp bei Kasse war, erwarb ein Konsortium von Privatpersonen am Fallentürlibach und am Weiher liegende Grundstücke. Diese forsteten sie mit dem Verkehrsverein auf. So kamen Heine und Saurer zu Bauland – und die Stadt zur Erholungszone Weiherpark mit Spazierwegen und Bänken. Ursprünglich war auch die Realisierung eines Wildtierparkes vorgesehen. Doch dafür fehlte dann das Geld. Immerhin wurden Zierenten ausgesetzt. Und erklärt ist damit die Herkunft des Namens des Restaurants «Wildpark».

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