Da tanzt selbst der Mond

WEINFELDEN. Das «Rock on the Top»-Festival oberhalb von Weinfelden gehört zu den kleinsten im riesigen Angebot an Freiluftspektakeln in der Schweiz. Musik, Stimmung und Ambiente übertrumpfen aber manch grösseren Anlass.

Chris Marty
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Ein Heimspiel vor Freunden: Die Rockband «the Duschvorhang» während ihres Auftritts am Samstag am Open Air «Rock on the Top» oberhalb von Weinfelden. (Bilder: tgplus.ch/Chris Marty)

Ein Heimspiel vor Freunden: Die Rockband «the Duschvorhang» während ihres Auftritts am Samstag am Open Air «Rock on the Top» oberhalb von Weinfelden. (Bilder: tgplus.ch/Chris Marty)

Vor genau zehn Jahren begann die Erfolgsgeschichte des mittlerweile weit herum bekannten «Rock on the Top»-Festivals auf dem Stelzenhof oberhalb von Weinfelden. Anlässlich des Jubiläums dauerte das Festival dieses Jahr zwei Nächte. Während der erste Abend einen mehr akustischen Charakter aufwies, war der Samstag mit Bässen für die Magengegend den Rockliebhabern gewidmet.

Am Anfang stand eine Vision

Die Idee zum Festival hatte die Rockband «the duschvorhang», die auch dieses Jahr massgeblich zur guten Atmosphäre am Festival beitrug. Als der Vorschlag auf Peter Kamm zukam, war er begeistert: Die Infrastruktur war vorhanden und Rockfans anzusprechen war das passende Pendant zum bereits legendären Mai-Tanz. Auch heute noch legt sich «the duschvorhang» ins Zeug und hilft bei Auf- und Abbau mit. Dank ihrem aktiven Mitwirken gelingt der Anlass jedes Jahr, so Kamm. Während am Freitag ca. 100 Besucher einen gemütlichen Abend genossen, strömten am Samstag zwischen 500 und 600 Festivalbesucher auf den Stelzenhof.

Die Oldies brachen den Bann

Dass das Festival einen familiären Charakter hat, zeigte das Bild neben der Tanzfläche: Spielende Kinder drehten sich ausgelassen im Karussell, während ihre Mutter gemütlich die Schaukel in Bewegung hielt. Derweil war das mitteleuropäische Berührungseis vor der Bühne noch nicht restlos gebrochen und der Abstand zwischen Band und Zuschauern noch etwas gross. Wer dem Auftritt der «Stämpf» nicht folgen mochte, stand an einer der zwei Bars und genoss einen «The Rocker» oder «Kaspersky Shot» mit Wodka und Pulco, der sich als garantiert virenfrei anbot. Kevin Leuenberger von «the duschvorhang» brach mit seiner Begrüssung «wir sind die, die Euch jeden Morgen nackt sehen» schliesslich den letzten Bann zum Publikum. Die Tanzfläche füllte und die Bars leerten sich! Und als schliesslich der Bassist seine «Susi», den Kontrabass, aus der Ecke holte und munter einen 50er von Bill Haley zu zupfen begann, hielten auch die letzten Beine nicht mehr still. Versionen von Udo Jürgens' «Aber bitte mit Sahne» oder «The Jack» von AC/DC folgten und liessen das Festival auch dieses Jahr zum Erfolg werden.

Weitere Fotos auf www.tgplus.ch