Confiserie in jungen Händen

BISCHOFSZELL. Lange suchten Eduard und Erika Weber nach einem Nachfolger für Confiserie und Café. Als sie nicht mehr an eine Lösung glaubten, wendete sich das Blatt.

Urs Bänziger
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Eröffnen an der Marktgasse ein Café mit Confiserie: Eveline und Daniel Jordi sowie Nicole Roth (v. l.) (Bild: Donato Caspari)

Eröffnen an der Marktgasse ein Café mit Confiserie: Eveline und Daniel Jordi sowie Nicole Roth (v. l.) (Bild: Donato Caspari)

Eduard und Erika Weber sind am Packen. Ende Mai werden sie ihr Haus an der Marktgasse 15 verlassen und in eine Wohnung am Stadtrand ziehen. 50 Jahre haben sie in der Altstadt gewohnt und gearbeitet. «Der Name Weber ist ein Inbegriff für Qualität und Tradition in Bischofszell», sagt Stadtammann Josef Mattle. Im Wissen, dass Confiserie und Café bald wieder eröffnet werden, fällt den Webers der Auszug leichter.

Vor zehn Jahren hatten sie altershalber das Geschäft aufgegeben – in der Hoffnung, dass sich bald ein Nachfolger finde. Doch ihre Hoffnung ging nicht in Erfüllung. In den letzten Jahren hätten sie es aufgegeben, aktiv nach einem Nachfolger zu suchen. Auf Wunsch seiner Stammkunden begab sich Eduard Weber noch immer in die Backstube, um Torten zu kreieren.

«Ein Glücksfall»

Damit ist jetzt Schluss, denn das Geschäft geht in junge Hände über. Daniel Jordi wird mit seiner Freundin Nicole Roth und seiner Schwester Eveline die Confiserie und das Café Anfang August wieder eröffnen. Daniel Jordi ist gelernter Konditor-Confiseur und suchte nach einer Möglichkeit, sich selbständig zu machen. Seine Mutter nahm den Kontakt auf. «Für uns ist es ein Glücksfall, dass es zu dieser Lösung gekommen ist», betonen die Webers.

Die Eltern, Helen und Kurt Jordi, haben die Liegenschaft an der Marktgasse 15 gekauft und werden die oberen Etagen bewohnen. Im Parterre und in der Backstube im Keller wird sich die Jungmannschaft ins Zeug legen. «Wir sind uns bewusst, dass es nicht einfach wird», sagt Daniel Jordi. Der Konditor-Confiseur will mit Qualität erfolgreich sein. «Mit einem kleineren, dafür hochwertigen Sortiment.

» Für eine freundliche Bedienung und guten Service im Laden und im Café sind seine Partnerin und die Schwester besorgt. Bevor der junge Familienbetrieb startet, werden Renovationsarbeiten ausgeführt. Stadtammann Josef Mattle freut sich darüber, dass seine Bemühungen um eine Belebung der Altstadt Früchte tragen und mit der Wiedereröffnung der Confiserie nun alle Ladenlokale in der Marktgasse wieder belegt seien. Die Behörde werde alles daransetzen, um für die Jungunternehmer gute Voraussetzungen zu schaffen.

Dazu gehört die Erlaubnis, auf dem Hirschenplatz eine kleine Gartenwirtschaft zu betreiben.

Platz für zwei Confiserien

Daniel Jordi hat seine Berufsausbildung in Bischofszell, in der Konditorei Vollenweider, absolviert. Er sieht sich jedoch nicht als Konkurrenz zu seinem ehemaligen Lehrbetrieb. «Wir werden einander keine Steine in den Weg legen, sondern versuchen, uns zu ergänzen.» Unterschiede gebe es sowohl im Angebot als auch in den Öffnungszeiten.

Der Stadtammann ist überzeugt, dass es Platz für zwei Confiserien und Cafés hat. «Wenn die Bischofszeller auch zu den Ladengeschäften am Ort Sorge tragen, funktioniert es.»