Chur bringt Relikt nach Arbon

ARBON. Ein Spritzen- und Schwemmwagen mit Baujahr 1930 kehrt an seine Wiege und ins Saurer-Museum zurück. Das Museum wartet stetig mit weiteren Attraktionen auf – doch der Platz in den Museumsräumen wird knapp.

Rudolf Käser
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Feierliche Übergabe des Spritzen- und Schwemmwagens: Der Churer Stadtrat Tom Leibundgut und Saurer Oldtimer-Club-Präsident Ruedi Bär. (Bild: Rudolf Käser)

Feierliche Übergabe des Spritzen- und Schwemmwagens: Der Churer Stadtrat Tom Leibundgut und Saurer Oldtimer-Club-Präsident Ruedi Bär. (Bild: Rudolf Käser)

ARBON. Auch wenn bereits mehrere Tausend Besucher das Saurer-Museum erlebten, lohnt sich ein Gang durch das Werk I dank neuen Fahrzeugen allemal. Für eine weitere Halle werden bereits finanzielle Mittel zurückgestellt.

Es war wie ein Feiertag für den Museumsverein. Das Fahrzeug, das dieses Jahr nach Arbon zurückkehrte, entpuppte sich als tolles, altes BLD Spritzen- und Schwemmwagengefährt. Seit 1932 versah es die Dienste in Chur. Eine Churer Delegation, angeführt von Stadtrat Tom Leibundgut, hat das Gefährt überbracht. In Arbon hat es nun seinen alten Standort gefunden und dürfte manche Besucher anlocken. Das ungeheure, vorsintflutliche Vehikel erschien, wie Vereinspräsident Ruedi Bär sagte, im Originalzustand am alten Platz.

Caminhao wieder fahrtüchtig

Acht speziell renovierte und herausgeputzte Fahrzeuge zieren das Museum, darunter ein revidiertes Postauto mit Jahrgang 1948. Ein Glanzstück steht nun mit dem Caminhao Saurer 1911 für den Roll-out bereit. Das wohl älteste Originalvehikel aus der Werkstatt in Arbon wurde vor einigen Jahren aus Brasilien in die Schweiz zurückgeholt. In Freiwilligenarbeit wurde der Lastwagen komplett revidiert. Im weiteren, und das sei wohl die grösste Sensation, werde der Textilbereich von Saurer als Teil von Oerlikon Saurer aufgeteilt, umschrieb Ruedi Bär. Dabei gehe es um Markenrechte und um Fahrzeuge: «Wir konnten mit OC-Oerlikon Verhandlungen führen und uns auch einigen. Die von uns erworbenen Markenrechte an der bekannten <Schnürlischrift> und am <Treppengiebel> geben wir frei für die Wiederverwendung auf neue Saurer-Textilmaschinen. Im Gegenzug erhalten wir rechtliche Unterstützung bei der Durchsetzung unserer Markeninteressen in über 50 Ländern», sagte Bär.

Vorsorge gegen Engpass

Die Rekordzahl von 77 Mitgliedern (Bestand 595) besuchte die Hauptversammlung. Dabei erwähnte Bär die mit einer Masche ausgestatteten Fahrzeuge der Jahrgänge 1917, 1927, 1929, 1936, 1939 und 1964, die im Museum stehen. Finanzchef Andreas Berner konnte einen Rechnungsvorschlag von 32 000 Franken mitteilen. Das Geld diene der Rückstellung, um den Engpass mit einer neuen Halle zu überbrücken.