Cervelats sind gerettet

BIESSENHOFEN. Die Angst um die Nationalwurst nach dem Importverbot von brasilianischen Därmen war unberechtigt. Die Cervelatliebhaber müssen auch am Strassenfest nicht auf sie verzichten.

Rudolf Käser
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Metzger Hanspeter Dünner zeigt Bratwürste, Cervelats und Salsiccia. (Bild: Rudolf Käser)

Metzger Hanspeter Dünner zeigt Bratwürste, Cervelats und Salsiccia. (Bild: Rudolf Käser)

BIESSENHOFEN. Die Aufregung war gross, als die EU 2006 wegen der Furcht vor Rinderwahnsinn die Grenzen für brasilianische Rinderdärme schloss. Damit schien das Ende der Cervelats gekommen. Andere Därme kämen für die Produktion nicht in Frage, hiess es. Es wurde sogar eine Task Force zur Rettung der Schweizer Nationalwurst eingesetzt.

Hanspeter Dünner von der Biessenhofer Metzgerei Geflügelhof Dünner GmbH sah die Sache nicht so dramatisch.

Rechtzeitig reagiert

Die Darmlieferanten hätten genügend Vorrat und damit auch genügend Zeit gehabt, um rechtzeitig zu reagieren, sagt er.

«Wir können heute magere Därme aus Paraguay beziehen.» Es gäbe auch Möglichkeiten, argentinische Därme einzuführen. «Die sind aber nach meiner Feststellung nicht ideal, da sie zu viel Fett enthalten und deshalb rasch ranzig werden.»

Mit den Därmen aus Paraguay könne einerseits garantiert werden, dass das Grillieren gut gelinge, und anderseits sei eine längere Haltbarkeit der Würste möglich. «Die Därme, die wir heute erhalten, sind den ursprünglichen brasilianischen fast ebenbürtig und von guter Qualität», versichert Hanspeter Dünner. Und deshalb müssten Cervelatliebhaber keine Bange haben, dass ihre geliebten Würste verschwinden.

Bratwurst bleibt Nummer eins

Neben Angeboten für Grillparties bietet Dünner Fleisch- und Wurstwaren verschiedene Fleischsorten an. Nach wie vor bleibe für das Grillieren die Kalbsbratwurst die eindeutige Nummer eins, sagt Dünner. Die Cervelats nehmen im Beliebtheitsgrad ebenfalls einen Spitzenplatz ein. Was jedoch konsumiert werde, hänge oft von der Art eines Anlasses und dem entsprechenden Publikum ab, sagt Dünner.

In den kommenden Wochen stehen auch in der Region Amriswil viele festliche Anlässe an. Dafür könne er aus seinem Angebot auch Hot Dogs, Hamburger, zunehmend Schnitzel für Schnitzelbrote, Spiessli oder kleine Würste liefern. Insbesondere junge Leute würden auch scharf gewürzte Würste, wie etwa die Salsiccia, bevorzugen.

Doch eines ist für Hanspeter Dünner klar: Alle Anbieter, egal mit welchen Fleischangeboten sie erscheinen, müssen sich grösste Mühe bezüglich Qualität geben. Doch da lobt er alle, auch seine Mitbewerber.