Cappuccino-Schaum im Alltag

BISCHOFSZELL. Um die Kunst, jeden Tag kleine wohltuende Momente zu erleben, ging es im Referat von Therese Lechner am ökumenischen Frauenfrühstück.

Claudia Gerrits
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Referentin Therese Lechner: «Der Schaum vermischt sich mit Kaffee.» (Bild: Claudia Gerrits)

Referentin Therese Lechner: «Der Schaum vermischt sich mit Kaffee.» (Bild: Claudia Gerrits)

Kaffeeduft lag in der Luft. Auch die Tischdekorationen waren ganz auf Kaffee eingestellt. Das Organisationsteam hatte keine Mühe gescheut, in der Bitzihalle alles fürs ökumenische Frauenfrühstück liebevoll herzurichten.

Erholsame Unterbrüche

Um die 250 Frauen liessen sich mit einem feinen Frühstück verwöhnen und genossen die Gespräche. Die musikalische Begleitung übernahmen Beatrice Butz mit ihrer Panflöte und Robert Bachmann am Klavier. Therese Lechner aus Goldach zeigte in ihrem Referat auf, wie es gelingen könnte, sich im oft anstrengenden Alltag kleine erholsame Unterbrüche zu schaffen – eben luftig leichte Cappuccino-Schäumchen. Als Ehefrau und Mutter von vier Kindern wusste sie das Thema packend mit praktischen Beispielen und eigenen Erfahrungen anzugehen. Die Arbeit und die täglichen Herausforderungen sei wie der Kaffee, die Freizeit das Milchschäumchen. «Wir haben jedoch oft eine überhöhte Vorstellung von Freizeit, als Milchschaum pur, doch in einem Cappuccino vermischt sich ein Teil des Schaums mit dem Kaffee», machte sie deutlich.

Im Moment leben

Um wohltuende Momente im Alltag zu erleben, forderte Therese Lechner dazu auf, manches mit einem dankbaren Blick, statt wertend anzuschauen. Auch mit einzelnen Sinnen etwas zu erleben, statt tausend Dinge gleichzeitig zu tun, legte sie als Möglichkeit dar. «Leben wir im Jetzt, statt ständig daran zu denken, was wir noch tun müssen», ermunterte sie. Manchmal gebe es Zeiten, da erscheine einem trotz aller Bemühungen alles sinnlos. «Dann ist es, als ob einem der Cappuccino durch die Finger rinnt.» Sie gab zu bedenken, dass es für den Cappuccino eine Tasse brauche, die Tasse als Sinnbild für Gott. «Das war wirklich ein Morgen voller Cappuccino-Schäumchen», meinte eine Zuhörerin beim Aufbrechen. «Manche der Gedanken nehme ich nach Hause», entgegnete ihre Tischnachbarin.

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