Camper trotzen der Kälte

KREUZLINGEN. Richtige Camper kommen auch, wenn es kalt ist. Die Platzwarte Christina und Wädi Lerch erwarten auf dem Campingplatz Fischerhaus in Kreuzlingen ab morgen einige Hartgesottene. Noch gibt es einiges vorzubereiten.

Nicole D'orazio
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Herzlich willkommen: Das Platzwart-Paar Christina und Wädi Lerch empfängt die Gäste an der neugestalteten Réception. (Bild: Nicole D'Orazio)

Herzlich willkommen: Das Platzwart-Paar Christina und Wädi Lerch empfängt die Gäste an der neugestalteten Réception. (Bild: Nicole D'Orazio)

Das Wetter lädt momentan nicht zum Übernachten im Zelt oder Wohnwagen ein. Doch auf dem Campingplatz Fischerhaus laufen die letzten Vorbereitungen, morgen Mittwoch ist Saisonstart. Für die sanitären Anlagen muss sich das Platzwart-Ehepaar Christina und Wädi Lerch eine Heizungs-Lösung einfallen lassen. «Sonst ist es zu kalt», sagt Wädi Lerch. An Ideen mangelt es ihm nicht. Für Ostern haben sich einige Gäste angemeldet, auch die Touristenunterkunft sei gut gebucht. «Leider gab es schon Absagen, aber wir hoffen, dass es nicht zu viele sind. Wir würden gerne mit einem vollen Haus starten», fügt Christina Lerch an. «Das holen wir sonst nicht auf.»

Auch sonst gibt es noch einiges zu erledigen. Auf dem Gebiet der Stellplätze gab es oft Probleme mit dem Boden. Die immer komfortableren, aber schwereren Wohnmobile und -wagen sinken ein. Darum wurde der Lehmboden entwässert, mit Split armiert und neue Rasensamen ausgestreut, um eine höhere Festigkeit zu erhalten. «Wir schauen diese Saison, wie sich das bewährt», sagt Ruedi Wolfender, Leiter des städtischen Departementes Freizeit. Dann werde man über eine definitive Lösung entscheiden. Wolfender ist zuständig, da die Stadt 2011 den Campingplatz vom Verein Kreuzlingen Tourismus übernommen hat.

Der Kiosk ist öffentlich

Auch sonst hat sich auf dem Platz einiges getan. «Die Réception haben wir neu gestaltet», sagt Wolfender. Diese sei nun vom Kiosk getrennt. «Alle mussten durch den gleichen Eingang. Da wurde es schon mal eng», sagt Christina Lerch. Die Regale im Lädeli sind bereits gefüllt. «Wir haben alles für den Alltagsbedarf und haben täglich geöffnet.» Dieses Angebot sei nicht nur den Campern vorbehalten. Alle könnten im Kiosk einkaufen. «Das ist aber leider eher wenig bekannt.»

Schaden durch Einbrüche

Ende Januar hatten Lerchs und einige Dauermieter einen Schock zu verdauen. In über 20 Wohnwagen wurde eingebrochen. «Der Schaden war gross», erzählt Wädi Lerch. «Viele Vorzelte wurden aufgeschlitzt und mussten ersetzt werden.» Der Betrag belief sich auf mehrere tausend Franken. Mittlerweile wisse man, dass es Asylbewerber gewesen seien. «So etwas haben wir noch nie erlebt.»

Das Ehepaar freut sich auf seine fünfte Saison im Fischerhaus. Ab sofort wohnt mindestens einer von beiden auf dem Platz. «Wir sind selber Camper. Das hier ist unser Traumjob», erzählt Wädi Lerch. «Für uns ist es auch kein Problem, einen Sieben-Tage-Job zu haben.» Die Camper seien ein einfaches Volk, aber auf ihre Weise speziell.

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