BUSSNANG: Eine Treppe zum Jubiläum für den Bischof

Die Bevölkerung feierte in der katholischen Kirche St. Josef mit dem 75-jährigen Bischof Paul Hinder das goldene Priesterjubiläum. Zu Ehren des gebürtigen Lanterswilers wurde am Sonntag eine Treppe nach ihm benannt.

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Bischof Paul Hinder und Bruder Thomas Egger auf der «Bischof-Paul-Stäge», die von der Kirche zum Rebberg führt. (Bild: Rudolf Steiner)

Bischof Paul Hinder und Bruder Thomas Egger auf der «Bischof-Paul-Stäge», die von der Kirche zum Rebberg führt. (Bild: Rudolf Steiner)

Vor 50 Jahren, am 9. Juli 1967, wurde Paul Hinder zum Bischof geweiht und feierte seine Primiz in der katholischen Kirche St. Josef in Bussnang. Im Jahre 2003 wurde der im Niederhof in Stehrenberg aufgewachsene Geistlicher dann von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof im südlichen und nördlichen Apostolischen Vikariat Arabien bestellt und zum Titularbischof von Macon ernannt. Unterdessen steht der 75-Jährige noch dem südlichen der beiden Vikariate vor.

Rückkehr ans Fest in der alten Heimat

Zum goldenen Priesterjubiläum ist Hinder nun in seine alte Heimat zurückgekehrt und hat am Sonntag in der katholischen Kirche mit Familie, Freunden, ehemaligen Weggefährten und vielen Mitchristen die heilige Messe gefeiert. Unterstützt wurde er ­dabei von seinem Appenzeller Studienkollegen Bruder Thomas Egger und Pfarrer Marcel Ruepp.

In seiner Predigt sagte Bischof Hinder, dass er vor 50 Jahren noch nicht geahnt habe, was ihm seine Kirche mit dem Priesteramt aufbürden würde. Er sei aber beflügelt gewesen von den Beschlüssen und Reformbestrebungen des Zweiten Vatikanischen Konzils. «Es herrschte Aufbruchstimmung.» Und er habe auch nicht geahnt, dass er einst in Krisengebieten des Nahen Ostens tätig sein werde. Seine Ernennung zum Bischof von Arabien sei für ihn wie ein Sprung aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. in die Gegenwart gewesen. «Ich stand am Euphrat in einer jetzt vom IS besetzten Stadt. Nun lebe ich unter Migranten, die in einer konfliktreichen Gegend Ruhe in Jesus Christus suchen und finden.»

Stolz über den Botschafter und Vermittler

Der Freude und dem Stolz über ihren Bischof gab Ursula Fust, Interimspräsidentin der Katholischen Kirchgemeinde Bussnang, in ihrer Dankes- und Festrede Ausdruck. «Du bist zum Botschafter und Vermittler für viele Menschen geworden, für mich zeigen sich hier die Grundwerte des christlichen Glaubens.» Als Zeichen des Dankes wurde nach der Messe die Treppe, die vom Unterdorf durch den Rebberg ­hinauf zur Kirche führt, auf den Namen «Bischof-Paul-Stäge» getauft. Zudem übernahm der Bischof eine Patenschaft für eine der Solaris-Reben. (rst)