Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

BUSSNANG: «Der Terror hat viele Gesichter»

2004 hat Papst Johannes Paul II. den Stehrenberger Paul Hinder buchstäblich in die Wüste geschickt. Seither hat der Bischof von Arabien viel erlebt. Jetzt freut er sich auf ein friedliches Fest am Sonntag.
Esther Simon
Paul Hinder, der Bischof von Arabien, während eines seiner seltenen Besuche in seiner Heimatpfarrei. (Bild: Beatrice Müller (Bussnang, 15. Februar 2004))

Paul Hinder, der Bischof von Arabien, während eines seiner seltenen Besuche in seiner Heimatpfarrei. (Bild: Beatrice Müller (Bussnang, 15. Februar 2004))

Interview: Esther Simon

esther.simon@thurgauerzeitung.ch

Herr Bischof, was bedeutet es für Sie, dass Sie am Sonntag Gottesdienst halten in der Kirche, in der Sie getauft wurden und Primiz feierten?

Die Kirche, in der ich getauft wurde, den Religionsunterricht erhielt, als Ministrant diente und schliesslich Primiz feierte, bedeutet mir sehr viel. Ich freue mich, dass ich mit der Pfarrgemeinde, in der ich aufgewachsen bin, auf den Tag genau 50 Jahre nach meiner Primiz den Dankgottesdienst feiern darf.

Werden Sie in Bussnang auch Ihre Familie treffen?

Ja, ich freue mich darauf, an diesem Tag meine Brüder und die Familien ihrer Kinder zu treffen, sofern sie an diesem Tag abkömmlich sind. Hinzu kommen nebst den Gläubigen aus der Pfarrei und der Umgebung einige mir befreundete Personen aus verschiedenen Teilen der Schweiz.

2004 hatte der damalige Papst Sie ja buchstäblich in die Wüste geschickt, als Bischof von Arabien. Gefällt Ihnen die Arbeit noch immer?

Ja, mir gefällt die Arbeit noch immer, weil ich es in Arabien mit sehr lebendigen Gemeinden zu tun habe. Natürlich war der Anfang vor mehr als 13 Jahren nicht leicht. In eine völlig andere Welt einzusteigen und von einem Monat auf den anderen in einer anderen Sprache, vorwiegend Englisch, zu leben und zu reden, war schon eine grosse Herausforderung.

Was sind Ihre Hauptauf­gaben?

Ich bin mit der Verwaltung der katholischen Kirche in drei Ländern betraut: den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Oman und dem Jemen. Im Verlaufe des Jahres besuche ich systematisch alle Pfarreien, spende jährlich mehr als 2000 jungen und weniger jungen Gläubigen die Firmung, begegne den Leuten in den Pfarreien, besonders jenen, die mit speziellen Aufgaben betraut sind. In Arabien muss der Bischof auch Kontakt mit den Regierungen pflegen, da von deren Wohlwollen und Entgegenkommen viel abhängt. Schliesslich bin ich international vernetzt mit Bischöfen in der Region des Mittleren Ostens und in Asien, weshalb ich auch oft reisen muss.

Wie viele Gläubige betreuen Sie?

Wir haben keine genaue Zahl, weil es keine zuverlässigen Statistiken gibt. Aufgrund zuverlässiger Schätzungen gehe ich davon aus, dass ich im gesamten Gebiet ungefähr eine Million Katholiken zu betreuen habe.

Betrifft der Terrorismus auch Ihre Arbeit?

Der Terror hat viele Gesichter. Eines davon habe ich erfahren, als am 4. März 2016 in Aden vier Ordensschwestern und zwölf ihrer Mitarbeiterinnen von radikalen Muslimen ermordet und ein Priester entführt wurde, der immer noch nicht frei ist.

Wird am Sonntag die Fahne des Vatikans an der Bussnanger Kirche hängen – die Fahne mit der Krone und den Schlüsseln, die vielleicht zum Himmelstor passen?

Das müssen Sie in der Pfarrei fragen. Ich habe keine Ahnung, ob und welche Fahnen aufgezogen werden. Ich bin aber überzeugt, dass die Pfarrei es sich zur Ehre macht, mit mir würdig zu feiern.

(Interview wurde schriftlich geführt)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.