BUHWIL: Lilly tickt nicht richtig

Der Theaterverein Eisbrecher studiert die Komödie «Jubel, Trubel, Eitelkeit» ein. Zweimal wöchentlich trifft sich das Ensemble.

Monika Wick
Drucken
Teilen

«So Tussi, jetzt machet mir dich no schön für de Usgang», sagt Lilly König. Liebevoll befestigt sie danach eine rosarote Schleife in Tussis Haar und trägt ihr Lidschatten auf. Das skurrile an der Geschichte ist, dass es sich bei Tussi nicht um ein Mädchen, sondern um einen Plüschhund handelt. Die Szene spielt sich auch nicht im realen Leben ab, sondern stammt aus der Komödie «Jubel, Trubel, Eitelkeit», die der Theaterverein Eisbrecher im Februar aufführen wird.

Seit Ende September probt das aus Katharina Zaiser, Norbert Schalk, Mike Heim, Nadine Steiner, Jacqueline Rutishauser, Karin Bernold, Markus Schmid, Raffael Tanner und Jessica Beck bestehende Ensemble zweimal wöchentlich in der Turnhalle von Buhwil. Unter den wachsamen Augen der Regisseure Cosimo Palmitessa und Thomas Bichsel sowie mit Unterstützung der Soffleusen Ursula Beck und Susanne Gamper verinnerlichen die Akteure die Texte und feilen an den Bewegungsabläufen.

Jessica Beck, welche die Tochter eines reichen Imbissketten-Besitzers verkörpert, hat sich schon sehr gut in ihre Rolle eingelebt. «Mit Jessica müssen wir nach den Aufführungen eine Gruppentherapie machen, damit sie wieder in die Realität zurückfindet», sagt Cosimo Palmitessa mit einem herzhaften Lachen. Er beobachtet das Geschehen auf der kleinen Bühne aus Distanz und gibt den Darstellern wertvolle Tipps und Anregungen. Raffael Tanner, der den Polizisten Andi Schaad spielt, empfiehlt er, nicht statisch auf der Bühne zu verharren, sondern etwas lockerer zu sein und ein paar Schritte zu gehen. Mike Heim, der den Schönheitschirurgen Roland Meister verkörpert, legt er ans Herz, einen Gang herunterzuschalten und langsamer zu sprechen.

Schauspieler investieren ein Wochenende

Man spürt, dass hier keine Anfänger am Werk sind, sondern eine geübte Truppe, die einen freundschaftlichen Umgang pflegt. Nachdem Cosimo Palmitessa nach dem ersten Durchgang noch leichte Kritik hatte anbringen müssen, fand er nach dem zweiten nur noch lobende Worte. Den letzten Feinschliff gibt das Ensemble dem Stück kurz vor der Premiere anlässlich eines Probenwochenendes.

Die Besucher der Aufführungen dürfen sich auf eine kriminalistische Komödie mit Wortwitz, Situationskomik und lustigen Charakteren freuen und zudem noch erfahren, warum Lilly mit ihrem Plüschhund spricht.

Monika Wick

bischofszell@thurgauerzeitung.ch

www.thv-eisbrecher.ch