Bürogemeinschaft für Kreative

Fabian Munz hat die gemeinnützige Organisation Coworking Bottighofen gegründet. Sein Ziel: Arbeitsplätze für spannende Menschen zu fairen Mietpreisen im Wassersportcenter anzubieten.

Desirée Müller
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Fabian Munz Gründer Coworking Bottighofen (Bild: Desirée Müller)

Fabian Munz Gründer Coworking Bottighofen (Bild: Desirée Müller)

BOTTIGHOFEN. Fabian Munz verteilt Post-it-Kleber auf den Tischen im Grossraumbüro. Die Tische sind in Hufeisenform aneinandergereiht. Ausser ihm ist noch niemand hier. Er atmet einmal durch, und schon läutet es an der Tür. Er schaut sich nochmals im Raum um und nickt. Alles parat für seinen Auftritt. Seit einem Jahr plant der 28jährige Bottighofer diesen Workshop.

Die Gäste treffen pünktlich ein. Leute aus Wirtschaft, Politik und Jungunternehmerförderung. Peter Maag von der Industrie- und Handelskammer schaut sich interessiert in den Räumlichkeiten im obersten Stock des Wassersportcenters in Bottighofen um. Blickt man aus dem Fenster, sieht man die Lichter auf Konstanzer Seite glitzern und die wenigen Mäster der Segelschiffe im Bottighofer Hafen hin und her schwanken. «Hier kann man arbeiten», sagt Robin Hettich, IT-Programmierer. Die 18 Leute setzen sich, zücken ihren Schreiber und schauen interessiert zur Startseite der Powerpoint-Präsentation.

«Seit einem Jahr entwickle ich die Idee von Coworking Bottighofen», erzählt Fabian Munz. Das Ziel sei, Raum für Ideen in Bottighofen zu schaffen. Menschen mit unterschiedlichem Wissen zusammenzubringen und ihnen bezahlbare Räumlichkeiten zu bieten. «Ob Start-ups, Freelancer, Studenten oder Mitarbeitende von Unternehmen mit Sitz im Ausland. Gemeinsam denkt es sich einfach besser.»

Genug Platz für alle

Ein Arbeitsplatz kann ab 290 Franken im Monat bezogen werden. Die Benutzung der Infrastruktur wie Internet oder der Drucker ist inklusive. Es steht den Mietern zudem ein Sitzungszimmer sowie eine Küche zur Verfügung. Doch auch konzentriertes Arbeiten ist gemäss Munz möglich. Platz für individuelles Brainstorming gibt es ausserhalb der Büroräume auf einem bequemen Sofa und Sitzsäcken genug.

Interesse ist vorhanden

Am Workshop sind die Inputs und Ideen von den Teilnehmenden gefragt. Es wird über Mietmodelle, Preise bis zur Grösse der künftigen Schreibtische diskutiert. In verschiedenen Gruppen werden Ideen auf Zettel geschrieben, welche an eine Tafel gepinnt werden. Carmen Cepon von der gemeinnützigen Organisation Ostsinn unterstützt Munz bei der Moderation. Cepon war bei der Gründung verschiedener Coworking-Projekte dabei und spricht aus Erfahrung. Das Bedürfnis ist in Bottighofen da. Bereits am Workshop bekunden einige Teilnehmer ihr Interesse.