Bürgler Frauenverein aufgelöst

Diskussionslos ist am Mittwochabend der Frauenverein Bürglen aufgelöst worden. Das Vermögen geht an Bürgler Vereine.

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Istighofen. Die Beerdigung war leise und würdig: 22 von gegen 100 Mitgliedern des Gemeinnützigen Frauenvereins Bürglen stimmten an der Jahresversammlung vom Mittwochabend in der Ziegelei-Taverne in Istighofen der Auflösung ihres 116jährigen Vereins zu. Bereits vor einem Jahr hatte der Vorstand unter dem Vorsitz von Präsidentin Erika Busana die Vereinsauflösung in Aussicht gestellt, falls man bis Oktober nicht drei neue Vorstandsmitglieder finde.

Die zwei verbleibenden Vorstandsmitglieder wären nicht mehr befugt gewesen, den Verein weiterzuführen.

Die fehlenden Vorstandsmitglieder, die dann trotz emsiger Suche nicht gefunden werden konnten, waren aber nicht das einzige Problem des Vereins: «Ein abnehmendes Interesse aus den Mitgliederreihen» musste ebenfalls beklagt werden. Und 80 Prozent der Mitglieder sind über 65 Jahre alt. Die Suche nach einer neuen Vereinsphilosophie war auch vergebens. Dazu kam, dass der Lauf der Zeit generell den Frauen den Wind aus den Segeln nahm.

Denn auch die Bürgler Frauen hatten mal gute Zeiten erlebt. Aber Dienstleistungen wie Spitex-Verein, Mahlzeitendienst, Ludothek und Kinderartikelbörsen haben sich in der Vergangenheit eigenständig gemacht. Das waren früher klassische Aufgaben des Frauenvereins. Ruth Dütsch aus Tägerwilen, Präsidentin des Thurgauischen Gemeinnützigen Frauenvereins, spricht von einer Tendenz und einer Zeiterscheinung: «Die Frauen haben entweder keine Zeit, oder sie haben einfach keine Lust mehr, gratis zu arbeiten.»

2008 und 2009 haben die Bürgler Frauen noch Institutionen und Menschen unterstützt, etwa den Spielplatz, die Winterhilfe oder Mündel. Das Vermögen von 5706 Franken geht jetzt an verschiedene Vereine in der Gemeinde sowie an die Ludothek, wie Aktuarin Katharina Tissot mitteilt. Evelyn Höck, Präsidentin des Weinfelder Gemeinnützigen Frauenvereins und Mitglied des Zentralvorstandes des Schweizerischen Dachverbandes, hätte es gerne gesehen, wenn die Bürgler mit den Weinfelder Frauen fusioniert hätten. (es)