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BÜRGLEN: Suppe gemeinsam auslöffeln

Der Suppentag lockte am Samstag viele Hungrige ins evangelische Kirchgemeindehaus. Darunter einige, die gerade nichts zu Essen daheim hatten und sogar solche, die eigentlich gar keine Suppe mögen.
Monika Wick
Besucher geniessen die Mais-Rüebli-Erbsensuppe in geselliger Runde am grossen Tisch. (Bild: Andrea Stalder)

Besucher geniessen die Mais-Rüebli-Erbsensuppe in geselliger Runde am grossen Tisch. (Bild: Andrea Stalder)

Monika Wick

weinfelden@thurgauerzeitung.ch

«Dass der Suppentag gerade heute stattfindet, ist eine glückliche Fügung», sagte Fabienne Götsch. «Wir sind gerade aus den Skiferien zurückgekommen und haben nichts zu Essen daheim», fügte sie hinzu, während ihre vier Kinder Amelié, Lukas, Lenno und Seya die Suppe aus ihren Tellern löffeln und die letzten Reste mit Brot zusammen putzen. Die Götschs besuchen den Suppentag aber nicht nur, weil im heimischen Vorratsschrank gerade Ebbe herrscht. Normalerweise arbeitet Fabienne Götsch im ökumenischen Team der evangelischen und katholischen Kirchgemeinden mit, das seit über vierzig Jahren immer am ersten Samstag im Monat zum Suppe-Essen einlädt. «Der Besuch des Suppentags hat in meiner Familie Tradition. Da auch meine Mutter Ruth zum Suppentag-Team gehört, war ich schon als Kind immer hier», ergänzte Fabienne Götschs Mann Benny.

Die Helferinnen wollen kein Geld

Schon ein paar Stunden bevor die Familie Götsch und alle anderen die feine Suppe gegessen haben, herrschte im evangelischen Kirchgemeindehaus emsiges Treiben. Aus der Küche war das monotone Klopfen eines Schwingbesens zu vernehmen, das von einem angenehmen Duft begleitet wurde. «Die Suppe besteht aus Mais, Griess, Haferflocken, Erbsen, Rüebli und Kräutern», erklärte Vreni Fuchs, die mit tatkräftiger Unterstützung von Klärli Eberli zum ersten Mal die Flüssigspeise zubereitete. «Mit meiner Freiwilligenarbeit möchte ich etwas für die Allgemeinheit leisten. Der Dank der Leute ist mein schöner Lohn», erklärte Klärli Eberli ihre Beweggründe im Suppentag-Team mitzuwirken. «Mit meinem Beitrag möchte ich etwas bewirken. Bekäme ich einen Lohn, wäre ich nicht hier», doppelte Vreni Fuchs nach. Die eingespielte Gruppe sorgte dafür, dass der grosse Raum einladend wirkte. Während ein paar Frauen die Gedecke auftrugen, rollten andere zur Dekoration farbige Luftschlangen aus und drapierten bunte Fasnachtsmasken darauf. Wieder andere portionierten die Kuchen und Torten, die von fleissigen Bäckerinnen hergestellt wurden oder richteten die Kinderspielecke her. «Es funktioniert alles Bestens bei uns. Trotzdem wären wir froh, wenn sich noch mehr Personen für die Mitarbeit im Team begeistern könnten», sagte Klärli Eberli. Den Erlös des Suppen-Zmittags, der jeweils rund 700 Franken beträgt, spendet das Team an regionale Institutionen. Ausnahme ist der Betrag, der in der Fastenzeit zusammengetragen wird. Er geht an «Brot für Brüder» und das «Fastenopfer». Einer, der Suppe gar nicht so mag, ist Werner Schönholzer. Trotzdem nimmt der Bürgler regelmässig am Suppentag teil. «Hier ist es sehr gesellig und man trifft immer Leute für ein interessantes Gespräch.»

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