Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

BÜRGLEN: Herz- und Scherzhaftes

Am Samstagabend haben die «Schlosshüüler» zum traditionellen Narrenschmaus in die Mehrzweckhalle eingeladen. Nebst einem Vier-Gang-Menü sorgten Comedy-, Cabarett- und Musikeinlagen für Unterhaltung.
Monika Wick
Die Guggenmusik Schlosshüüler dekorierte die Mehrzweckhalle zum Thema «CHliikariert» für den Narrenschmaus. (Bild: Andrea Stalder)

Die Guggenmusik Schlosshüüler dekorierte die Mehrzweckhalle zum Thema «CHliikariert» für den Narrenschmaus. (Bild: Andrea Stalder)

Monika Wick

weinfelden@thurgauerzeitung.ch

Schweizer sind auch mitten in der Nacht brav. «Auch morgens um vier warten sie an einer roten Ampel, obwohl weit und breit kein anderes Auto zu sehen ist», sagt Eric Droz. Der Präsident der Schlosshüüler Bürglen zeichnete das Bild der Eidgenossen weiter. «Er fühlt sich sicher, weil das Sturmgewehr Zu Hause liegt, auch wenn er nicht eine Patrone dafür hat. Er nimmt Aromat mit in die Ferien, weil sonst nichts ‹schmöckt wiä dihai›. Er flucht über die Türken, aber Döner steht, zuoberst auf dem Menuplan.» Mit diesen und weiteren Beispielen hielt er seinen Landsleuten am Narrenschmaus der Guggenmusik einen Spiegel vor. «So sinds die liebe Schwizer: bünzlig, stolz und chli engstirnig.»

Dem schweizerischen Hang zur Perfektion konnten sich denn auch die Gastgeber nicht entziehen. Mit Liebe zum Detail hatten sie die Mehrzweckhalle gemäss dem Motto «CHliikariert» mit rotweiss karierten Tischdecken, Jasskarten, Tilsiter-Kühen oder Sonnenschirmen mit Bierwerbung dekoriert. Im Eingangsbereich lud sogar eine Kuh dazu ein, eigenhändig Milch zu zapfen.

Auch der Pfarrer spielt mit

Schon kurz nach 17.17 Uhr füllten sich alle 160 Sitzplätze restlos. Die Besucher erwartete einen Abend voller Comedy, Kabarett, Schnitzelbänken, Musik und dem Narrenschmaus, welcher ebenfalls passend zum Motto ausgewählt wurde. Zwischen den Darbietungen wurden Wurst-Käse-Salat, Hackbraten mit Hörnli und Gemüse sowie Toblerone-Mousse und Birchermüesli serviert. «Das ist doch der Pfarrer», bemerkte eine Besucherin, die Sebastian Zebe als Saxophonist der Legendary Fool’s Club Band entdeckte. Das Quartett sorgte während des Essens für Unterhaltung. Als Höhepunkte des Abends entpuppten sich die Schnitzelbänke der Emanze mit Ranze aus Bürglen, der Bischofszeller Thurgeier und der Alliglattohre aus Flawil. Spitzzüngig äusserten sie sich zu lokalen, nationalen und internationalen Prominenten und Politikern.

Neben der No-Billag-Iniatitive und der MeToo-Kampagne entpuppte sich der amerikanische Präsident Donald Trump als dankbarstes Opfer der Schnitzelbänkler. Die «Emanzen mit Ranzen» machten sich zudem Gedanken zum verdichteten Bauen im Dorf. «A de Bädlistross chasch für 800000 Stei uf de Balkon stoh und dir vo de SBB en Drink serviere loh», reimten sie. Die siebenköpfige Löwen-Gruppe um Manuela Niederberger gewährte dem Publikum mithilfe einer eigenen Version des Hits «Atemlos» einen Einblick in die Backstube ihrer Bäckerei.

Das veränderte Verhalten der eigentlich netten und zuvorkommenden Schweizer an der Grenze dokumentierte Elfriede alias Michaela Bauer. «Es liegt am ‹Crystal green syndrom›. Die grünen Ausfuhrscheine sind mit einer Substanz behandelt, die Schweizer bei der ersten Berührung glücklich, süchtig und unfreundlich macht.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.