BÜRGLEN: Heerscharen im Stall

Sechs Konfirmanden, der Pfarrer und viele Besucher in der Kirche beteiligten sich am Weinachtsspiel. Es wurde zusammen gespielt, gesungen und die Geburt Jesu gefeiert.

Manuela Olgiati
Drucken
Teilen
Pfarrer Sebastian Zebe (rechts) versammelt die Beteiligten im Stall von Bethlehem. (Bild: Manuela Olgiati)

Pfarrer Sebastian Zebe (rechts) versammelt die Beteiligten im Stall von Bethlehem. (Bild: Manuela Olgiati)

«Am ehesten bringt das Christkind die Geschenke, wenn niemand zu Hause ist», hatte eine junge Mutter in den Zuschauerreihen im Flüsterton ihrem kleinen Sohn erklärt. Weitere Fragen wurden in der evangelischen ­Kirche von Bürglen beantwortet. Etwa die zur Einteilung von Rollen. Am frühen Heiligabend trafen sich Eltern, Grosseltern und viele Kinder. Die Kirchbänke waren sehr denn auch sehr gut besetzt. Es wurde rasch klar, dass hier alle Anwesenden eine besondere (Theater-)Rolle innehatten. Einige Besucher machten sich nämlich als Hirten und Schafe auf den Weg zum Stall oder ­anders gesagt auf zur Bühne. So versammelten sich im «Bürgler Stall» von Bethlehem im Chor der Kirche bald einmal alle Be­teiligten der bekannten Weihnachtsgeschichte.

Maria und Josef bei der Krippe

Dass das ganze Publikum an diesem frühen Heiligabend eine spezielle Rolle bekam, hatte Pfarrer Sebastian Zebe mit dem Lukasevangelium erklärt. In einem Pantomimenspiel wurde für alle erlebbar gemacht, wie von König Augustus das Gebot ausging, dass sich die ganze Welt schätzen lassen sollte. Die Hauptrollen bekleideten die sechs Konfirmanden: Luc Elmer mit seiner Zipfelmütze hielt als Quirinius, der Statthalter von Syrien, Ausschau nach dem Volk. Gino Kreis spielte die Rolle von König Augustus. Auch Josef und die schwangere Maria, gespielt von Tanja Schmid und Janina Koch, machten sich auf den Weg. Die Rolle des Esels spielte Noemi Müller. Florian Egger wies als Engel auf der Kanzel die Hirten und Schafe in den Stall. Bis sich alle dort versammelt hatten, konnte man der weiteren Geschichte lauschen. Und jene, die noch keine Rolle zugeteilt bekamen, nämlich die restlichen Besucher, die in den Kirchbänken verweilten, spielten plötzlich die himmlischen Heerscharen. So wurde gemeinsam «Stille Nacht» und «Oh du fröhliche» gesungen.

«In Bürglen hat es eine lange Tradition, dass die Konfirmanden das Weihnachtsfest mit ­immer wieder neuen Ideen als ‹Bürgler Weihnachtsspiel› vorbereiten», hatte Pfarrer Sebastian Zebe erklärt. Und anstatt alleine zu Hause sehnsüchtig aufs Christkind zu warten, hatte die Evangelische Kirchgemeinde Bürglen zu diesem besonderen Mitmachkrippenspiel eingeladen.

Warm ums Herz

Der Pfarrer hatte in seiner Predigt erklärt, dass die alte Weihnachtsgeschichte gut in unsere heutige Zeit passe. Auch hart gesottenen Kerlen werde es gerade in diesen Tagen warm ums Herz. Er sprach von leuchtenden Sternen, die den Weg weisen, von Hoffnung und dem Glauben an Gott und einer besseren Welt. Nach Weihnachten, mit dem Eintreffen der Heiligen Drei Könige, gebe es ein Aufatmen. «Alles ist da, was man zum Leben braucht. Dieses ist gut, und es ist schön, hier zu sein», sagte Pfarrer Sebastian Zebe vertrauensvoll zu den Besuchern. Mit den besten Wünschen zu Weihnachten erteilte er den Segen.

Manuela Olgiati

weinfelden

@thurgauerzeitung.ch