BÜRGLEN: Barocke Musik vertreibt den Nebel

Das Kammerorchester Amriswil spielte am Samstagabend ein gelungenes Konzert in der vollbesetzten evangelischen Kirche. Dirigent Hanspeter Gmür kitzelte grosse Virtuosität aus seinem Orchester.

Rudolf Steiner
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Hanspeter Gmür leitet das Kammerorchester Amriswil beim Konzert in der evangelischen Kirche Bürglen. (Bild: Rudolf Steiner)

Hanspeter Gmür leitet das Kammerorchester Amriswil beim Konzert in der evangelischen Kirche Bürglen. (Bild: Rudolf Steiner)

Der Kontrast hätte an diesem nebelverhangenen Samstag nicht grösser sein können. Beim Eintritt in die kleine, festlich beleuchtete evangelische Kirche in Bürglen wurden die rund 120 Besucher und Besucherinnen augenblicklich von einer Welle der Wärme und Freude erfasst. Mit ebenso viel Wärme und Freude wurde das Orchester bereits beim Einmarsch – ähnlich einem Schaulaufen in einer Zirkusarena – vom Publikum herzlich mit Vorschusslorbeeren begrüsst.

Vielseitige und vielsaitige musikalische Kost

Dass dieser verfrüht gespendete Applaus gerechtfertigt war, bewiesen die zwei Dutzend Laien- und Freizeitmusiker mit ihrem unermüdlich fordernden Dirigenten Hanspeter Gmür und Konzertmeisterin Vroni Dünner-Walter während des eineinhalb Stunden dauernden hochstehenden Konzertes. Mit grosser Spielfreude, Schwung und Präzision präsentierten sie die teils selten gespielten Kompositionen aus dem Barock. Als feierliche Einleitung präsentierten sie die vier Sätze des «Concerto grosso» von Arcangelo Corelli.

Bereits im zweiten Werk, dem eher unbekannten «Concerto C-Dur» von Tomaso Albinoni, verstärkten die beiden Trompetensolisten Karl Svec und Benjamin Bär das Orchester mit hellen und herausfordernden Klängen und erhielten dafür lang anhaltenden Applaus und Blumen.

Ein impulsiver Dirigent auch im hohen Alter

Auch das anspruchsvolle Violinkonzert «a-Moll BWV 1041» von Johann Sebastian Bach, der selbst bis ins hohe Alter ein begnadeter Violinspieler gewesen sein soll, meisterten die Musikerinnen und Musiker unter der Leitung ihres langjährigen, 80-jährigen Dirigenten mit Bravour. Auch im zweiten Teil des beeindruckenden Konzertes trieb Gmür sein aus Laien bestehendes Kammerorchester mit der «Fuge in g-Moll» des Wiener Komponisten Johann Georg Albrechtsberger unaufdringlich aber bestimmt zu musikalischen Höchstleistungen an. Auch in den letzten beiden Stücken hielt das Orchester die Spielfreude und Spannung mit seinem beeindruckenden, furiosen Einsatz auf hohem Level aufrecht und erhielt dafür den lang anhaltenden und verdienten Applaus des Publikums.