Bürgerschelte

Altnau. Der Altnauer Gemeindeammann Beat Pretali macht sich im «Allgemeinen Anzeiger» Luft. In einem langen Grundsatztext sinniert er über den «Wunsch, Ergebnisse abändern zu können».

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Altnau. Der Altnauer Gemeindeammann Beat Pretali macht sich im «Allgemeinen Anzeiger» Luft. In einem langen Grundsatztext sinniert er über den «Wunsch, Ergebnisse abändern zu können».

Wer an einem Entscheidungsprozess aktiv teilnehme, habe ein Recht darauf, dass ein Projekt so umgesetzt werde, wie es genehmigt worden sei, meint Pretali (kurz zusammengefasst). Wer sich hingegen nicht rechtzeitig orientiere oder einbringe, komme mit seinen Argumenten eventuell zu spät.

Dabei dienten «öffentliche Infragestellungen in Form von Leserbriefen als Ventil der Unmutsbekundung, denen die ausführenden Organe leider meist nicht mehr die geforderte Beachtung schenken könnten.

Leider erwähnt der Gemeindeammann mit keinem Wort, womit die Leserinnen und Leser des «Allgemeinen Anzeigers» diese Bürgerschelte verdienen. Wir aber haben eine Vermutung.

Exakt drei Steuerzahlerinnen und Steuerzahler haben sich nämlich der «öffentlichen Infragestellung» des geplanten Steggeländers beim Altnauer Hafen bedient und kritisiert, es bestehe «aus Kanthölzern, die an einen Kälberzaun erinnern».

Nun mögen Kälberzäune Geschmacksache sein. Die mitbürgerliche Wertschätzung durch den Gemeindeammann ist es aber eindeutig nicht. Sie gehört vielmehr zu den höchsten demokratischen Gütern. (ho)

Vgl. Tagblatt vom 8.9.09