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Bürger haben das letzte Wort

ROMANSHORN. Im Frühling hat die Behörde entschieden: Romanshorn ist eine Stadt. In Herisau führten Diskussionen um eine solche Umbenennung zum Rücktritt des Gemeindepräsidenten. Der hiesige Stadtrat muss solche Folgen wohl nicht fürchten.
Michèle Vaterlaus
Auf dem Anschlagbrett wird Romanshorn noch als Gemeinde mit dem alten Label «Stadt am Wasser» bezeichnet. (Bild: Reto Martin)

Auf dem Anschlagbrett wird Romanshorn noch als Gemeinde mit dem alten Label «Stadt am Wasser» bezeichnet. (Bild: Reto Martin)

Den Gemeinderat Romanshorn gibt es nicht mehr. Seit diesem Frühsommer nennt sich die Behörde Stadtrat. Das hat sie in Briefen allen Gemeinden im Thurgau sowie sämtlichen kantonalen Stellen mitgeteilt. Eine Stadt ist Romanshorn gemäss Slogan schon lange. Einwohnerzahlmässig hat die Gemeinde im Herbst 2011 die 10 000er-Marke geknackt. Ob die Romanshorner in einer Stadt leben wollen, wurden sie noch nicht gefragt.

Verhängnisvoll in Herisau

Rechtlich gesehen ist das kein Problem. «Grundsätzlich kann sich jede Gemeinde Stadt nennen, wenn sie mehr als 10 000 Einwohner hat», sagt Andreas Keller, Generalsekretär vom kantonalen Departement für Inneres und Volkswirtschaft. Ein bisschen fragwürdig finde er es dennoch, wenn die Behörde diesen Entscheid im Alleingang fälle.

Zum Verhängnis geworden ist das Thema Stadt vor zehn Jahren dem Gemeindepräsidenten von Herisau, Kurt Kägi. Er wollte aus dem Dorf eine Stadt machen. Die Herisauer sahen sich aber nicht als Städter, sie wollten den dörflichen Charakter der Gemeinde beibehalten. Mit seinem Begehren ist Kägi sogar zur Lachnummer mutiert, wie die lokale Presse damals schrieb. Die Stadt-Diskussion – daneben auch noch eine kritische finanzielle Lage der Gemeinde – haben dem Ansehen des Gemeindepräsidenten geschadet. Die Folgen: Er trat zurück.

Signale gegeben

Dass der Stadtrat von Romanshorn mit der Ernennung der Gemeinde zur Stadt wie Kurt Kägi am Puls der Bevölkerung vorbeigeht, befürchtet Stadtammann David H. Bon aber nicht. «Der Begriff Stadt wird als Arbeitstitel seit 1999 verwendet und ist seit 2007 im Auftritt von Romanshorn enthalten», sagt er. Zudem wünsche sich der Grossteil der Bevölkerung ein urbaneres Zentrum mit Läden und Ausgehmöglichkeiten. Als Verkehrsknoten habe Romanshorn auch eine besondere Stellung in Bezug auf solche Fragen. «Die Bevölkerung hat mit der Zustimmung zur Stadtentwicklung, zum Bodanverkauf, dem Kino und EZO-Kauf oder mit der Erhöhung des Landkreditkontos klare Signale gegeben, in welche Richtung es gehen soll.» Das seien urbane Themen und würden nach einer klaren Haltung der politischen Führung verlangen. «Dieser hat der Stadtrat mit dem Wechsel zum Begriff Stadt Ausdruck verliehen.»

Es sei aber klar, dass hier von einem Prozess gesprochen werde. «Der Begriff allein macht noch keinen Unterschied.»

Gemeindeordnung anpassen

Im Endeffekt wird die Bevölkerung noch über den Begriff abstimmen. Nämlich dann, wenn die Gemeindeordnung angepasst wird. In dieser ist derzeit noch festgehalten, dass Romanshorn eine Politische Gemeinde mit einem Gemeinderat ist. «Es gibt zwar keine Fristen dafür, aber irgendwann muss das angepasst werden», sagt Andreas Keller. In der Regel hacke der Kanton nach drei Jahren nach.

Die Bevölkerung von Romanshorn bekommt bald Gelegenheit dazu. «Theoretisch wäre eine Abstimmung über die neue Gemeindeordnung im November denkbar gewesen», sagt Bon. Doch dann befindet das Volk über die Fusion mit Salmsach. «Deshalb haben wir die Abstimmung über die Anpassung der Gemeindeordnung im Mai 2014 geplant.»

David H. Bon Stadtammann Romanshorn (Bild: Nana do Carmo)

David H. Bon Stadtammann Romanshorn (Bild: Nana do Carmo)

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