Budget nicht zurückgewiesen

MÄRSTETTEN. Deutliche Zustimmung der Märstetter Stimmbürger für das Budget 2015 trotz eines Defizits von knapp 100 000 Franken. Eine Rückweisung lehnen sie klar ab.

Rudolf Steiner
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Gemeindeammann Jürg Schumacher erklärt die Budgetpositionen. (Bild: Rudolf Steiner)

Gemeindeammann Jürg Schumacher erklärt die Budgetpositionen. (Bild: Rudolf Steiner)

«Wir budgetieren praktisch eine schwarze Null für kommendes Jahr», sagt Gemeindeammann Jürg Schumacher an der Versammlung in Märstetten. «Der Aufwandüberschuss von 95 900 Franken basiert auf dem bisherigen Steuerfuss und der Annahme, dass die Änderung des Baureglements (siehe Kasten) am Wochenende an der Urne gutgeheissen wird», sagt er am Montagabend zu 83 Stimmberechtigten. Das Budget basiert auf einem Aufwand von rund 5,2 Millionen und einem Ertrag von rund 5,1 Millionen Franken. Falls die Änderung im Baureglement abgelehnt wird, fällt der Ertrag rund 200 000 Franken tiefer aus.

Nach einer äusserst lebhaften Diskussion um einzelne Budgetpositionen – der gestiegene Personalaufwand oder die Kostensteigerung beim Ressort Bau – stimmen die Stimmberechtigten dem Budget 2015 bei drei Gegenstimmen und drei Enthaltungen deutlich zu. Einstimmigkeit herrscht bei der Beibehaltung des Steuerfusses von 59 Prozent.

Lüthi findet keine Mehrheit

Trotz der schlüssigen Erläuterungen des Gemeindeammanns stellt der ehemalige Gemeinderat Walter Lüthi den Antrag, das Budget 2015 zurückzuweisen. In der Abstimmung sind sieben Anwesende seiner Meinung, 62 lehnen den Rückweisungsantrag ab.

Schumacher zeigte an der Versammlung anhand mehrerer Grafiken, dass Märstetten sowohl bei den Gesamtausgaben pro Einwohner als auch bei den Personalkosten pro Kopf deutlich unter dem Durchschnitt der Thurgauer Gemeinden liegt. Stark gefordert seien Gemeinderat und Verwaltung jedoch mit den vielen Bauvorhaben und dem Bevölkerungswachstum. «Allein im laufenden Jahr wurden 85 Baugesuche eingereicht und, die Bautätigkeit geht weiter», sagt Gemeinderat Ivo Zosso. Noch vor wenigen Jahren hatte Märstetten ein Bevölkerungswachstum von unter einem Prozent, heute seien es fünf Prozent.

«Wer zahlt, befiehlt nicht mehr»

Auch beim Ressort Soziales läuft nicht alles wunschgemäss. «Wer zahlt, befiehlt nicht mehr», gelte seit der Einführung der Kesb vor zwei Jahren, sagte Gemeinderat Werner Lenzin. Immerhin liege Märstetten mit 78 Franken pro Einwohner auch hier unter dem kantonalen Durchschnitt von 120 Franken.