Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

BUCH BEI MÄRWIL: Jetzt fehlen nur noch die Bewohner

Das Gartehag-Team aus Bussnang will seit zehn Jahren einen Storch ins Dorf locken. Am alten Standort des Nests liess sich aber nie ein Vogel nieder. Nun starten die Vogelschützer einen neuen Anlauf.
Mario Testa
Hans Thomann, Lisbeth Kuhn und Felix Raschle freuen sich über die Installation des Storchennests auf dem Scheunendach. (Bild: Mario Testa)

Hans Thomann, Lisbeth Kuhn und Felix Raschle freuen sich über die Installation des Storchennests auf dem Scheunendach. (Bild: Mario Testa)

Mario Testa

mario.testa@thurgauerzeitung.ch

In Rothenhausen wollte es einfach nicht klappen. Zehn Jahre lang thronte auf dem Scheunendach der Familie Ziegler ein Metallgerüst, das einer Storchenfamilie zum Nest hätte werden sollen. Trotz Zweigen, die das nackte Metall etwas wohnlicher machen sollten, richtete sich nie eine Storchenfamilie auf dem Dach ein. «Falsch gelaufen ist eigentlich nichts, der Storch wollte einfach nicht. Wir hatten uns im Vorfeld bei mehreren Stellen informiert, und da hat es geheissen, es sollte klappen. Rothenhausen liege auf der Durchzugslinie der Störche», sagt Lisbeth Kuhn. Sie ist die Verantwortliche des Storchennest-Projekts im Gartehag-Team Bussnang. «Wir haben uns natürlich erkundigt, was wir für Korrekturen machen könnten. Aber es hätte alles gepasst. Offenbar sind die Störche einfach sehr sensibel, entweder wollen sie oder eben nicht.»

Nun nimmt das Gartehag-Team einen neuen Anlauf und versucht im Weiler Buch bei Märwil in der Nachbargemeinde Affeltrangen sein Glück. Astrid Gurtner, eine Kollegin von Lisbeth Kuhn, ist dort im Vorstand des Natur- und Vogelschutzvereins Lauchetal – und sie konnte vermitteln. Vorstandskollege Felix Raschle war einverstanden damit, dass die Nestkonstruktion auf seinem Scheunendach montiert wird. «Ich will, dass es Störche weiterhin auch in unserer Gegend gibt», sagt der 29-jährige Landwirt. «Ich finde Störche schöne, elegante Tiere, wenn sie so durch die Wiesen stolzieren. Auch meine Frau und die beiden Kinder hätten Freude, wenn die Störche bei uns auf dem Dach einziehen würden.» Dass die grossen Vögel sich im Gebiet ums Märwiler Riet wohlfühlen, sei offensichtlich, sagt Raschle. Er sieht die Ebene gut von seinem Hof aus. «Da unten sind immer Störche rumgelaufen, da hat es genug Mäuse, Fische und Frösche.» Dass die Störche in der Region gute Voraussetzungen haben, glaubt auch Lisbeth Kuhn. «Die Störche brauchen Futter und Wasser – beides ist mit dem Riet gegeben.»

Warten bis zur Rückkehr im Frühling

Ob es nun mit dem Nest am neuen Standort klappt und sich die Störche niederlassen auf Raschles Scheunendach, wird sich im Frühling weisen. Zwischen März und April kehren die eleganten Segler aus ihren Winterquartieren in Südspanien und Nordafrika zurück.

Dass sie nun in Buch ein mögliches Sommerquartier finden, verdanken sie auch dem Einsatz von Hans Thomann. Der Dachdecker war für den Umzug des etwa 50 Kilo schweren, grossen Nestunterbaus verantwortlich. «Hier bei Felix Raschle hatte es glücklicherweise einen Kran, weil er gerade sein Wohnhaus baut. Aber in Rothenhausen mussten wir das Ding auf der Schulter runtertragen», sagt Thomann. «Wir hatten den Korb damals auch schon auf der Schulter hochgetragen. Das ging relativ einfach – Probleme bereiteten weniger das Gewicht, als die Grösse.» Auf Scheunendächern seien die Voraussetzungen gut, den Korb solide zu fixieren. «Wir haben auch lange drüber diskutiert, ob die Störche Stahlnester überhaupt annehmen. Aber an anderen Orten funktionierts. Der Vorteil ist die Langlebigkeit, Holz wäre in zehn Jahren verfault», sagt Thomann. «Wir werden aber sicher auch hier das Nest noch etwas wohnlich auskleiden für die Störche.» Ein weiterer Vorteil am Stahlkonstrukt sei, dass der Marder die Stange nicht hochkommt und so dem Gelege der Störche nicht gefährlich wird.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.