Brückenstadt

Leuchtturm

Mark Kilchman-Kok
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Eine neue Brücke soll entstehen, über die Gleise des Romanshorner Bahnhofareals. Nicht nur Verkehrsweg, für Fussgänger und Velofahrer, soll sie sein, sondern auch ein «Highlight», ein Hingucker. Damit würde Romanshorn – bereits bekannt für seine schwimmende Brücke, die Fährenverbindung – zur touristischen Marke als «Brückenstadt am Wasser».

Noch gibt es verschiedene Ideen, wo die gleisüberspannende Brücke stehen soll. Eines haben aber alle Varianten gemeinsam: Es wird teuer. Vielleicht kann das Projekt aber dem geplanten BTS/OLS-Strassenbau untergejubelt werden, quasi als Fortsetzung? (Bei den Tausend Millionen, die diese zusätzliche Strasse kosten wird, fallen die paar Milliönli für unser Brüggli kaum auf.) Schliesslich müssen die Leute etwas anfangen können mit den fünf Minuten Zeitgewinn, die sie auf der Fahrt von Weinfelden her erhalten werden – da bietet sich doch ein Spaziergang in unserm schönen Hafenareal an?

Ironie beiseite: Neben allen betonierten oder stählernen gibt es auch zwischenmenschliche Brücken. Auch hiervon hat unser Wohnort sehr viel zu bieten, und solche Brücken scheinen mir für die Zukunft einer Gemeinschaft wichtiger als Bauten. Wenn ich nur an die Vereine denke: Sie tragen in verschiedenster Weise dazu bei, dass Beziehungen gepflegt werden. Unzählige Sport-, Hobby- oder religiöse Vereine pflegen generationenüberspannende Kontakte, das «Solinetz» pflegt «Beziehungen statt Vorurteile» zu Neuankömmlingen, der «Claro-Weltladen»-Verein engagiert sich sogar international für gerechte (Handels-)Beziehungen. All diesen «Brückenbauern» – die oft im Stillen, aber nachhaltig wirken – gebührt unser Dank und unsere Unterstützung.

Mark Kilchman-Kok