Brückenbauer zwischen Kulturen

Die katholische Weltmission unterstützt Togo im Jahr 2010. Im Oktober sammelt die katholische Kirche in ihrer Kollekte für dieses afrikanische Land. Serge Agbodjan-Prince aus Togo wohnt in Arbon und bringt uns seine Heimat näher.

Hedy Züger
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Serge Agbodjan-Prince ist dank Mehrsprachigkeit und Studien Ansprechpartner für Bildungsfragen. (Bild: Hedy Züger)

Serge Agbodjan-Prince ist dank Mehrsprachigkeit und Studien Ansprechpartner für Bildungsfragen. (Bild: Hedy Züger)

In Togo, der «afrikanischen Schweiz», ist Französisch Amts- und Umgangssprache. Das Land zwischen Ghana, Benin und Burkina Faso liegt am Atlantik und war früher eine Kolonie von Deutschland und Frankreich. Den 6,5 Millionen Einwohnern steht eine Fläche von 56 700 Quadratkilometern zur Verfügung. Die Hauptstadt heisst Lomé. Wichtige Exportgüter sind Phosphat und Baumwolle, Palmöl sowie Kaffee und Kakao.

Ferien in Togo

Serge Agbodjan-Prince hat Togo hinter sich gelassen und wohnt nun in Arbon. Mit seiner Familie verbrachte er die Sommerferien 2010 in Lomé: «Bei sehr angenehmen Temperaturen, es war nicht so heiss wie in der Schweiz.» 1997 zog er von Lomé nach Wien, um seine Studien in Philosophie und Soziologie abzuschliessen. Seit 2002 lebt er mit seiner Gattin, einer Österreicherin, in der Schweiz. In den ersten Jahren war Agbodjan-Prince auf einer Beratungsstelle für Erwerbslose in Zug tätig.

Er erwarb sich in dieser Zeit den Master für Interkulturelle Kommunikation.

Bildungsaufträge

2006 kam er ins Kinderdorf Pestalozzi in Trogen und war dort für Interkulturelle Weiterbildung sowie Programmentwicklung zuständig. Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi ist in zwölf Ländern auf vier Kontinenten tätig: Junge Leute aus den Partnerorganisationen kommen für neun Monate zur interkulturellen Bildung ins Kinderdorf.

Nach der Rückkehr geben sie ihr Wissen weiter und bilden eine Brücke zwischen Trogen und den Partnerorganisationen. Agbodjan-Prince hatte die pädagogische Leitung. «Wir führten in Trogen auch Lehraufträge für Kursangebote an Hochschulen aus», ergänzt er. Er setzt nebst seiner Muttersprache Französisch und sehr guten Deutschkenntnissen die englische Sprache ein.

Parallel bearbeitete Serge Agbodjan-Prince selbständig Aufträge von Fachhochschulen für Bildung und Weiterbildung im interkulturellen Bereich. Diese Tätigkeit führt er weiter, muss sich nun aber auch neu orientieren. Er zieht in Erwägung, seiner Familie für einige Zeit in einem afrikanischen Land Leben und Kultur näher zu bringen.

Zu seinen Hobbies zählt der Wahl-Arboner Kochen afrikanischer und europäischer Menus.

Mit seinen Kindern spielt er Tischtennis, und mit Freunden sitzt er gerne in gemütlicher Runde zusammen. Viel weiss Serge Agbodjan-Prince, der in einer christlichen Familie aufwuchs, über die Naturreligionen seines Landes. Er wendet sich gegen gängige Klischees: Sogar Voodoo begleite die Anhänger in allen Lebenssituationen.

Tätige Kirche

1860 hatten Missionare das Christentum nach Togo gebracht. Die Kirche ist nach wie vor europäisch geprägt. Ein Drittel der Einwohner sind Christen, 20 Prozent gehören dem Islam an, weitere 50 Prozent den Naturreligionen. Die Katholische Kirche (20 Prozent) sei eine «wachsende Kirche und nicht arm an Berufungen», sagt Agbodjan-Prince. Im Jahr 2010 unterstützt die Weltmission das afrikanische Land. Die Bischöfe von Togo und der Schweiz stehen in Kontakt und besuchen einander.

Am Sonntag, 24. Oktober, ist die Kollekte für die Kirche (Schulen und medizinische Hilfe) in Togo bestimmt.

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