Brücke soll Barriere ersetzen

Über vier Stunden täglich stehen die Autos beim Bahnübergang Sulgenstrasse in Bischofszell Nord still. Nun soll der Niveauübergang weichen. 18,3 Millionen Franken kostet das Projekt; Bischofszell muss 2,5 Millionen übernehmen.

Christof Lampart
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So soll die neue Brücke in Bischofszell Nord aussehen: Für Fussgänger und Velofahrer will der Kanton eine Unterführung bauen. (Bild: Visualisierung: pd)

So soll die neue Brücke in Bischofszell Nord aussehen: Für Fussgänger und Velofahrer will der Kanton eine Unterführung bauen. (Bild: Visualisierung: pd)

BISCHOFSZELL. «Die Brücke über die Bahnlinie und die Verlegung der Strasse soll die Anwohner vom Verkehr entlasten», erklärte Kantonsingenieur Andy Heller. Er stellte mit Projektleiter Hans Ziegler das Vorhaben in Bischofszell Nord vor. Die Brücke sei gegenüber den beiden ebenso eingehend geprüften Unterführungsvarianten nicht nur bedeutend günstiger, sondern habe generell «die meisten Vor- und die wenigsten Nachteile». So werden Fussgänger und Radfahrer auf einem getrennten Geh- und Radweg, mit Unterführungen unter der Sulgerstrasse und den Bahngleisen geführt.

230 Meter lange Brücke

Die 230 Meter lange Brücke überquert die Bahn westlich des Wohnquartiers und führt südlich der Gleise Richtung Stadt. Die Kantonsstrasse rückt damit vom Wohnquartier ab. Die Heidelbergstrasse wird neu im Westen mit der Kantonsstrasse verknüpft. Die Erschliessung der bestehenden Liegenschaften westlich des Bahnübergangs an der heutigen Sulgerstrasse erfolgt über eine neu gestaltete Erschliessungsstrasse, die neben der geplanten Radwegunterführung liegt. Das Projekt werde sorgfältig in die Landschaft eingefügt, die filigrane Brückenkonstruktion dezent in Erscheinung treten und die Kantonsstrasse beim heutigen Bahnübergang zur Thur hin im Hang versenkt. Das Tiefbauamt plant, das Bauprojekt mit Umweltverträglichkeitsprüfung 2015 öffentlich aufzulegen und 2016 die Realisierung ins Auge zu fassen.

Wird ein alter Wunsch realisiert?

Insgesamt sind für den Bau Kosten von 18,3 Millionen Franken veranschlagt. Maximal 2,5 Millionen muss die Stadt Bischofszell übernehmen. Der Stadtrat hat die Lösung des stockenden Verkehrs am Bahnhofübergang einhergehend mit der Auseinandersetzung über das Holzkraftwerk als prioritär eingestuft und im Investitionsprogramm aufgenommen. Für Stadtammann Josef Mattle sind die 2,5 Millionen Franken ein «stolzer Betrag, der sich jedoch lohnen dürfte». Denn die Aufhebung des Niveauübergangs ist ein alter Wunsch vieler Bischofszeller, der erstmals 1968 formuliert wurde. Diverse Projekte scheiterten jedoch immer wieder am «Njet» der Bevölkerungsmehrheit. Dass das nun ausgearbeitete Projekt ebenso bachab geschickt werden könnte, glaubt Mattle nicht, denn «der Leidensdruck ist gross; viereinhalb Stunden geschlossene Barrieren führen zu langen Staus, viel Lärm und schlechter Luft».

Hohentannen muss sich nicht an den Kosten beteiligen, ist doch die Gemeinde nicht unmittelbar durch den Niveauübergang betroffen. Dennoch freute sich Gemeindeammann Christof Rösch, denn «die Erreichbarkeit von und die Wegfahrt nach Norden Richtung Bischofszell und St. Gallen wird durch die Aufhebung massiv verbessert».

Damit sich die Bischofszeller und Hohentanner ein umfassendes Bild vom Projekt machen können, sind sie am Montag, 16. September, ab 19 Uhr, zu einer Informationsveranstaltung ins Rathaus eingeladen.

Sie hoffen auf eine baldige Lösung: Christof Rösch (Gemeindeammann Hohentannen), Josef Mattle (Stadtammann Bischofszell), Andy Heller (Kantonsingenieur) und Hans Ziegler (Projektleiter). (Bild: Christof Lampart)

Sie hoffen auf eine baldige Lösung: Christof Rösch (Gemeindeammann Hohentannen), Josef Mattle (Stadtammann Bischofszell), Andy Heller (Kantonsingenieur) und Hans Ziegler (Projektleiter). (Bild: Christof Lampart)