Brotschmuggel & Entlassungen bei Saurer

KREUZLINGEN. Seit 31. Juli ist laut bundesrätlicher Verfügung u. a. auch die Ausfuhr von Brot und Mehl von der Schweiz nach dem Ausland im Interesse der einheimischen Brotversorgung verboten.

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KREUZLINGEN. Seit 31. Juli ist laut bundesrätlicher Verfügung u. a. auch die Ausfuhr von Brot und Mehl von der Schweiz nach dem Ausland im Interesse der einheimischen Brotversorgung verboten. Um diese Massregel scheint sich ein einheimischer Bäckermeister wenig bekümmert zu haben; doch kam sein Treiben an den Tag. Dem Wachposten des Landsturms fiel auf, dass ein Brotwagen täglich die Wiesenstrasse passierte und im Gebiete des badischen Rangierbahnhofes verschwand. Es wurde die Beobachtung an das hiesige Platzkommando rapportiert, welches sofort eine Untersuchung des Falles einleitete. Gestern vormittag wurde der Brotwagen kurz nach der Einfahrt und schon begonnenem Verkauf mit zirka 40 Kilo Brot und 15 Kilo Mehl konfisziert und der fahrende Bursche verhaftet. Im Verhör gestand derselbe, dass er im Auftrag seines Meisters seit vier Wochen täglich ein grösseres Quantum bestelltes Brot und Mehl nach dem badischen Rangierbahnhof gebracht und dort gegen Barzahlung an Bahnangestellte abgegeben habe. Den Erlös habe er separat von anderen Brotaustragungen dem Meister abzuliefern. Für das Militärkommando handelt es sich in der Angelegenheit nicht um einfachen Schmuggel, sondern um Verrat infolge Missachtung höchster Verfügungen in ernster Zeit. Es wurde in Anbetracht der Schwere des Vergehens die Verhaftung des fehlbaren Bäckermeisters verfügt, der sich im Verhör durch allerlei Ausflüchte aus der Schlinge zu ziehen suchte. Mit Rücksicht auf seinen guten Leumund wurde der Mann auf Antrag des Statthalteramtes gegen eine ansehnliche Kaution in Freiheit gesetzt. Die Akten aber gingen sofort an das Territorialkommando, und es wird sich der fehlbare Bäckermeister vor dem Kriegsgericht zu verantworten haben. Als erste Strafe wurde ihm die Brotlieferung für das Militär sofort entzogen. Der wohlhabende Mann hätte die Jagd nach erhöhtem Gewinn durch grösseren Absatz nicht nötig gehabt, war sich aber vielleicht der Tragweite seiner strafbaren Handlung in gegenwärtiger Zeit nicht voll bewusst. Die badischen Eisenbahner, welche das Brot kauften und auf unerlaubte Weise in die Stadt transportierten, werden sich wohl wegen Schmuggels zu verantworten und Strafe zu gegenwärtigen haben.

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ARBON. Die Firma Adolph Saurer hat allen Arbeitern auf 14 Tage gekündet. Dies soll aber die Meinung haben, dass die Arbeiter vorderhand weiter beschäftigt werden; die Firma soll nur in die Möglichkeit versetzt werden, bei eintretendem Arbeitsmangel die Arbeiter von einem Tag auf den andern entlassen zu können. Die Automobilabteilung soll ziemlich gut beschäftigt sein, und es sollen in diesem Abteilungszweig bereits wieder erhebliche Arbeitereinstellungen stattgefunden haben.

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