Bravorufe und Zugaben

Der Weinfelder Männerchor Frohsinn begeisterte einmal mehr mit seinem Unterhaltungsprogramm. Dabei hat er nur noch acht Sänger.

Rudolf Steiner
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Szene aus dem Theater: Rechts «Frohsinn»-Präsident Walter Knill. (Bild: Rudolf Steiner)

Szene aus dem Theater: Rechts «Frohsinn»-Präsident Walter Knill. (Bild: Rudolf Steiner)

WEINFELDEN. Der Männerchor Frohsinn fristet zurzeit zwar eher ein Mauerblümchendasein. Aber das hindert die nur noch acht Sänger mit ihrem umtriebigen Präsidenten Walter Knill und der Dirigentin Bianca Schiegg nicht daran, jedes Jahr ein originelles Unterhaltungsprogramm auf die Beine zu stellen.

Am Wochenende präsentierten sie zusammen mit zwei Gastsängern die ersten beiden von drei Aufführungen im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal des Gasthauses zum Trauben und ernteten für ihre Show aus Liederprogramm und Volkstheater tosenden Applaus.

Exot in der Vereinslandschaft

«Wir sind noch der einzige Verein in Weinfelden, der einen Unterhaltungsabend im traditionellen Stil organisiert», sagt Präsident und Hansdampf an allen Fronten, Walter Knill. Der 69jährige Appenzeller ist die treibende Kraft des 145jährigen Männerchors, er ist seit elf Jahren Präsident, und er singt mit voller Kehle im Chor mit.

Er begrüsste die 160 Gäste im Saal und streute als Innerrhödler ab und zu noch ein träfes Witzchen in seine Ansagen. Normalerweise spielt er auch beim abschliessenden Theaterstück mit, in der Regel wie sich's gehört natürlich in der Hauptrolle, daneben kümmert er sich um die Gäste von befreundeten benachbarten Chören, und zelebriert zu später Stunde um Mitternacht auch noch die Nietenverlosung. So verwundert es auch nicht, als in der Pause nach dem gelungenen Auftritt des Chors die Weinfelderin Trudi Mästinger auf Knill zugeht und ihn ultimativ auffordert: «Walter, Du darfst auf keinen Fall aufhören, ohne Dich gäbe es das alles nicht mehr!»

Traditionell und modern

Zu Beginn des Programms gaben die wackeren Mannen unter der Anleitung von Dirigentin Bianca Schiegg einen bunten Liederstrauss in zwei Teilen zum besten. Im ersten Teil präsentierten sie zartes traditionelles Liedgut wie «Wie die Blümlein draussen zittern» und «Des Wildbachs Rauschen». Nach einer kurzen Pause ging es im zweiten Teil auf der Bühne beim Outfit und der gesanglichen Kost unter dem Motto «Nöd wie früehner» ziemlich fasnächtlich und feucht-fröhlich zu und her.

Publikum verlangt Zugaben

Die «Geilen Siechen» feierten mit Weisswein und 7000 Rindern an den Ufern des Mexico River und bettelten herzerweichend «I mues äs Schnäpsli ha». Frenetisch verlangte das Publikum Zugaben beim «Schacher Seppli» und der «Fischerin vom Bodensee». Arg strapaziert wurden danach die Lachmuskeln beim Lustspiel «Ä Magd mit Sehnsücht», gespielt vom vereinseigenen Theaterensemble.

Die dritte Vorstellung findet am Samstag um 20 Uhr im Gasthaus zum Trauben in Weinfelden statt.

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