Bräker übergibt an Knaus

AMRISWIL. Die Raiffeisenbank Amriswil-Dozwil-Sommeri wächst weiter. Zwar war das Jahr 2009 ausnahmsweise kein Rekordjahr – der Bruttogewinn ging deutlich zurück –, dennoch gab es an der GV stehende Ovationen für den abtretenden Präsidenten.

Roger Häni
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Präsidentenwechsel nach 20 Jahren: Bruno Bräker (links) und sein Nachfolger Michael Knaus. (Bild: Roger Häni)

Präsidentenwechsel nach 20 Jahren: Bruno Bräker (links) und sein Nachfolger Michael Knaus. (Bild: Roger Häni)

Präsidentenwechsel sind bei der Raiffeisenbank Amriswil-Dozwil-Sommeri seltene Ereignisse. Nicht weniger als 20 Jahre war Bruno Bräker im Amt. 1990 folgte er auf Walter Brühlmann, der seinerseits sogar 29 Jahre der damaligen Raiffeisenbank Dozwil und Umgebung vorstand. Es ist naheliegend, dass Bräker an der Generalversammlung im Pentorama nicht nur auf das vergangene Jahr, sondern noch etwas weiter zurückblickte: «Als ich das Präsidentenamt übernahm, zählten wir 452 Mitglieder, und die Bilanzsumme betrug etwa 30 Millionen Franken.

Heute zählen wir über 4000 Mitglieder, und die Bilanzsumme hat sich verzehnfacht.» Bräker erinnerte auch an die Fusion mit der Raiffeisenbank Sommeri, die Eröffnung der Geschäftsstelle in Amriswil und die Schliessung jener in Sommeri.

Bei der Durchsicht der letzten Jahresberichte habe er eine grosse Ähnlichkeit festgestellt, so Bräker.

Immer wieder sei von schwierigen Berichtsjahren die Rede gewesen, und trotzdem seien immer wieder Rekordergebnisse erzielt worden. Für einmal treffe nur das eine zu. «Wir können diesmal nicht von einem neuen Rekord berichten.»

Keine Boni ausbezahlt

Und doch konnte Bankleiter Edgar Meier den 806 anwesenden Stimmberechtigten am Samstagabend wieder eindrückliche Zahlen vorlegen.

So stieg die Mitgliederzahl der Raiffeisenbank Amriswil-Dozwil-Sommeri im vergangenen Jahr von 3876 auf 4064 und die Bilanzsumme von 280 auf 311 Millionen Franken. «Wir konnten uns in der Krise beweisen», so Meier, der von Rekordzuwachsen sowohl bei den Kundengeldern als auch bei den Kundenausleihungen berichtete. Mit 756 000 Franken fiel hingegen der Bruttogewinn nicht halb so hoch aus wie im Vorjahr.

Der Bankleiter verwies auf den hohen Geschäftsaufwand, der unter anderem auf die Kosten für das Provisorium während des Bankumbaus in Amriswil zurückzuführen sei. Über das Resultat des Umbaus zeigte sich Edgar Meier erfreut: «Es ist die erhoffte Wohlfühlbank entstanden.»

Mit Applaus reagierten die Genossenschafterinnen und Genossenschafter – sie vertrauen der Bank aktuell rund 244 Millionen Franken an – auf die Anmerkung, dass Raiffeisen für eine faire Entlöhnung stehe. «Boni wie bei anderen Banken werden bei uns nach wie vor keine ausbezahlt.»

Gewaltige Entwicklung

Urs Schneider, Präsident des Thurgauer Verbandes der Raiffeisenbanken, erwähnte in seiner Ansprache, dass Vertrauen nicht von einem Tag auf den anderen kommt, sondern hart erarbeitet werden muss. Raiffeisen habe in den letzten Jahren auf manches gute Geschäft verzichtet – aber auch auf die schlechten. Das habe sich ausbezahlt, so Schneider.

Er dankte Bruno Bräker für seine Arbeit in den vergangenen 20 Jahren. «In dieser Zeit hat eine gewaltige Entwicklung stattgefunden.» Der Dozwiler Lehrer habe zwar damals ein bisschen zur Übernahme des Präsidiums «verknurrt» werden müssen, merkte Schneider an, doch habe er seither vorbildlich die Verantwortung getragen. Die Genossenschafterinnen und Genossenschafter dankten es Bruno Bräker am Samstagabend mit stehenden Ovationen.

Knaus: «Weiterwachsen»

«Du übergibst mir eine gute Bank, Bruno», dankte auch Bräkers Nachfolger Michael Knaus, der ohne Gegenstimmen als neuer Verwaltungsratspräsident gewählt wurde. Er sei sich seiner Verpflichtung bewusst und bestrebt, den Erfolgskurs mit Wachstum weiterzuführen, sagte der Amriswiler Immobilientreuhänder. Er übergab seinem Vorgänger Käppli, Rucksack und Reisegutschein, da dieser – nun pensioniert – vermehrt seinem Hobby, dem Reisen, frönen kann.

Vor seiner Pensionierung steht auch der Leiter Kundenberatung der Raiffeisenbank Amriswil-Dozwil-Sommeri, Jürg Pfiffner. Auch er wurde beschenkt. Neu in den Verwaltungsrat gewählt wurde Martin Minder (Kesswil). Er tritt die bei Raiffeisen übliche «sanfte» Nachfolge von Angelo Lorandi (Amriswil) an, der an der nächsten Generalversammlung zurücktreten möchte. Für Unterhaltung im Pentorama sorgten die Singing Sailors Crew Romanshorn sowie das Comedy-Duo Messer und Gabel. Nicht fehlen durfte natürlich das Nachtessen à discrétion.

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