BOTTIGHOFEN: Star-DJ zieht Publikum an

Roger Sanchez aus New York war der Hauptact der Freinacht, die für das Seenachtfest bewilligt wurde.

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Roger Sanchez. (Bild: Desirée Müller)

Roger Sanchez. (Bild: Desirée Müller)

Roger Sanchez traf am Samstag um elf Uhr abends in Bottighofen ein. «Einer unserer Helfer holte ihn am Flughafen ab», erzählt OK-Mitglied Patrick Müller. Nachdem sich der Star-DJ in der Essensmeile auf dem Werftareal einen Burger und ein Bier aus der Region genehmigte, stellte er sich hinter das DJ-Pult auf der grossen Bühne. Der 50-Jährige hat schon in den grössten Städten der Welt aufgelegt. Doch an Bottighofen hat er gleich den Narren gefressen. «Die Location direkt am See finde ich genial.» Der grösste Unterschied zwischen dem amerikanischen und dem Schweizer Partyvolk sei, dass die Schwei­- zer immer eine Aufwärmphase brauchten, sagt Sanchez.

Zu seiner Musik tanzten am Samstag 2500 Leute, fast ausschliesslich sehr junge. Ganze Ströme von Fans liefen vom Kreuzlinger Fantastical nach Bottighofen, um Roger Sanchez live zu erleben. «Sein Engagement war ganz spontan. Seine Gage betrug 20000 Franken. Doch es lohnte sich definitiv», erzählt OK-Chef Marcel Siegwart. Auch Lou Bimbou aus Konstanz tanzte zu Sanchez’ Sounds. «Ich finde es super, dass das Fest keinen Eintritt kostet. Es ist einfach herziger hier und die DJs sind spitze», so der junge Besucher.

Der laute Bass stösst nicht bei allen auf Gegenliebe

Um Mitternacht verlässt Thomas Debrunner das Fest. «Das ist nicht meine Musik», erklärt der Bewohner des Hafenquartiers. Die Lautstärke des dröhnenden Basses stört ihn aber nicht. Andere hingegen bezeichnen den Bass bis in die frühen Morgenstunden als grenzwertig. Gemeindepräsident Urs Siegfried steht den Reklamationen gelassen gegenüber. «Es ist einmal im Jahr. Da muss man halt einfach tolerant sein. Die Anwohner wurden frühzeitig informiert. Dann müssen sie über dieses Wochenende irgendwo hinfahren.»

Der Freitag hatte im Gegensatz zum Samstag auch viele ältere Besucher angelockt. Die Band That Way kam bei allen ­Generationen sehr gut an. Dario Wellauer und Marius Kressibucher genossen wie alle anderen Besucher das bombastische Feuerwerk. Das Fantastical sei ihnen einfach zu voll. «Hier ist es super familiär und gemütlich. Kein Gedränge, gute Musik und tolle Stimmung», findet der 26-jährige Dario Wellauer aus Bottighofen. In der Tat war das Fest sehr friedlich. Obwohl der Alkoholkonsum sehr hoch war. «Wir schenkten alleine fast 1700 Liter Bier aus», erzählt Patrick Müller. Von den Hunderten Longdrinks ganz abgesehen. «Bereits am Freitag waren wir ausgeschossen und mussten für Nachschub sorgen», so Siegwart. Nächste Woche findet eine OK-Sitzung statt. «Wie es aussieht, wird es eine vierte Durchführung des Bottighofer Seenachtfests geben», verrät der OK-Präsident.

Desirée Müller

kreuzlingen@thurgauerzeitung.ch