BOTTIGHOFEN: Sie wollen etwas zurückgeben

Die Stimmbürger sind in einer komfortablen Lage. Für den freiwerdenden Sitz im Gemeinderat von Roger Zängerle bewerben sich drei Kandidaten. Die Wahl findet am 12. Februar statt.

Nicole D’orazio
Drucken
Teilen

Nicole D’Orazio

nicole.dorazio

@thurgauerzeitung.ch

Drei Kandidaten für einen Sitz: Die Bottighofer haben am 12. Februar bei der Ersatzwahl eines Gemeinderatsmitgliedes die Qual der Wahl. Für das Mandat interessieren sich Mark Schwarz, Beat Müller und Eveline Gasser Koller. Schwarz ist der Kandidat der Arbeitnehmer Vereinigung und wird auch von der Bürgerlichen Vereinigung portiert. «Ich bin ein politischer Neuling, aber ich fände es spannend, in der Gemeinde aktiv mitzuwirken und mich einzubringen», sagt der 51-Jährige. Er kenne den zurücktretenden Gemeinderat, Roger Zängerle, und habe sich mit ihm über das Mandat und die anfallenden Aufgaben unterhalten. «Das Ressort Umwelt und Entwicklung fände ich spannend. Natürlich würde ich auch jedes andere übernehmen.» Schwarz wohnt seit über 30 Jahren in Bottighofen, ist verheiratet und hat seit 1997 ein eigenes Unternehmen in der IT-Branche. Dieses ist in Kreuzlingen angesiedelt. Er bezeichnet sich politisch gesehen als Mann der Mitte. «Ich höre allen zu, und es geht ja in erster Linie um Sachpolitik.» Die Verwaltung erlebe er als sehr professionell, meint er. «Ich kann keinen konkreten Punkt kritisieren.»

Dass er zwei Konkurrenten hat, findet Schwarz nicht schlimm. «So haben die Stimmbürger eine richtige Auswahl.» Sollte es für ihn nicht reichen, würde er den Kopf nicht in den Sand stecken und würde eventuell zu einem späteren Zeitpunkt nochmals einen Anlauf wagen. «Ich hoffe einfach, dass mich die Leute nicht mit André Schwarz, der für die Schulbehörde kandidiert, verwechseln.»

Eveline Gasser Koller hat freie Kapazitäten

Für den Sitz im Gemeinderat bewirbt sich auch Eveline Gasser Koller. «Ich kandidiere, weil ich die Lebensqualität in der Gemeinde sehr schätze und es diese zu wahren gilt», erklärt sie ihre Motivation. Zwei, drei Bekannte hätten sie auf die Vakanz angesprochen. Und da ein berufliches Projekt gerade abgeschlossen werde, habe sie wieder freie Kapazitäten, sagt die 46-Jährige. «Ich finde es wichtig, dass für unsere Gemeinde ein Ausgleich gefunden wird zwischen einer zukunftsgerichteten Entwicklung und der Bewahrung unseres dörflichen Erscheinungsbildes.» Das Gewerbe könnte ihrer Meinung nach etwas gefördert werden, um eventuell mehr Arbeitsplätze anzusiedeln, sagt die selbständige Unternehmerin. Mit ihrem Mann betreibt sie ein Geschäft für Innendekoration. «Politisch bin ich völlig unabhängig», sagt Eveline Gasser Koller. Sie wohnt seit 2007 in Bottighofen und ist verheiratet. Sie kennt die beiden anderen Bewerber und hält das Ganze nicht für eine Kampfwahl, sondern für eine für die Stimmbürger erfreuliche Auswahl von drei fähigen Kandidaten. «Es wäre für mich nicht der Weltuntergang, sollte ich nicht gewählt werden», sagt die gelernte Innendekorateurin und Dozentin. «Ich würde mich aber natürlich auf die Aufgabe freuen.» Vom Ressort her habe sie keinen speziellen Wunsch. Sie nehme jenes, das frei sei.

Für Beat Müller ist es der richtige Zeitpunkt

Beat Müller lebt seit über zehn Jahren in Bottighofen und möchte mit seinem Engagement etwas zurückgeben. «Ich bewerbe mich aus eigenem Antrieb für das Mandat. Es reizt mich, aktiv mitzuwirken, und es ist für mich der richtige Zeitpunkt», sagt der 47-Jährige. Die Kommunalpolitik sei in seiner Familie immer präsent gewesen. Sein Vater war Gemeindeammann in Bussnang, ergänzt er seine Motivation. Er mag den Dorfcharakter von Bottighofen und möchte eine nachhaltige Weiterentwicklung unterstützen. Es sei wichtig, konsensfähige Lösungen zu finden, meint er. «Ich fände es sehr interessant, in den verschiedenen Kommissionen mitzuarbeiten, und bin offen, was die Ressortwahl angeht.»

Müller sieht sich politisch als Mann der Mitte. Er gehört keiner Partei an. «Soziale und Familienthemen sind mir wichtig», meint er. Er ist als Kundenberater in einem Pharmagrosshandel tätig, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Müller ist zudem Präsident der Männerriege. «Ich mache das, weil ich Freude habe, mich zu engagieren.» Ein funktionierendes gesellschaftliches Miteinander liegt ihm am Herzen. Dass es mehrere Kandidaten gibt, schreckt ihn nicht ab. «Das ist Demokratie. Für die Bürger ist es gut, dass sie auswählen können.»