BOTTIGHOFEN: Schule beruft sich auf Sicherheit

Am Bottighofer Sportplatz sind mehrere Bäume gefällt worden. Sie litten gemäss der zuständigen Gartenbaufirma an einem Pilzbefall. Die Schulbehörde will nun Ersatzbäume pflanzen lassen.

Martina Eggenberger Lenz
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Von einem der gefällten Bäume auf dem Sportplatz steht noch der Strunk. (Bild: Martina Eggenberger Lenz)

Von einem der gefällten Bäume auf dem Sportplatz steht noch der Strunk. (Bild: Martina Eggenberger Lenz)

BOTTIGHOFEN. Am östlichen Ende des Sportplatzes Richtung Scherzingen klafft eine Lücke. Fünf Bäume standen hier bis vor kurzem. Am 6. Juli wurden sie gefällt. Jetzt liegen ihre Überreste gehäkselt da. Von einem Baum steht noch der Strunk. Die Einwohner wurden über die Fällaktion nicht vorgängig informiert. «Das ärgert mich», sagt eine Bottighoferin. Sie vergleicht den Fall mit der Kreuzlinger Silberweide im Seeburgpark, die ebenfalls vor kurzem gefällt werden musste, wobei die Stadt den Eingriff vorher gut erklärt hatte. Ein anderer Einwohner wurde von der Baumfällaktion am Sportplatz ebenfalls überrascht. «Für mich sahen die Bäume gesund aus.»

Kinder könnten sich verletzen

Schulpräsident Michael Thurau erklärt auf Anfrage, die Bäume seien aus Sicherheitsgründen entfernt worden. Bei der jährlichen Kontrolle und Pflegeaktion durch die zuständige Gartenbaufirma sei ein Pilzbefall festgestellt worden. Durch diesen habe sich das Risiko morscher Äste oder gar kaputter Teile der Baumkrone vergrössert. Die Behörde habe das Vorgehen diskutiert und sei zum Schluss gekommen, dass man der Empfehlung der Fachleute Folge leisten wolle. «Der Sportplatz ist ein öffentlicher Platz. Wenn sich ein Kind hier verletzt, sind wir verantwortlich», sagt Thurau. Da sei die Fällung der Bäume das kleinere Übel. «Für uns war das ein klarer Fall.»

Kein Baumlehrpfad mehr

Gemäss dem Schulpräsident handelt es sich bei den gefällten Bäumen um mehrere Erlen sowie eine Esche. Das genaue Alter ist nicht bekannt. Es gebe aber Hinweise, dass die Bäume mit der Erstellung des Sportplatzes gepflanzt worden seien, damals im Sinne eines Baumlehrpfades um das Areal. Ein Augenzeuge, der die Jahrringe am verbleibenden Strunk gezählt hat, schätzt, dass die Bäume etwa 60 Jahre alt sind. Die Schule will nun bis spätestens zu den Herbstferien an Stelle der alten neue Bäume setzen. Man habe Bäume in einer Grösse von 3,5 bis 4,5 Metern Höhe offerieren lassen. Die Idee des Baumlehrpfades werde nicht weiter verfolgt. Er sei nicht mehr genutzt worden.