BOTTIGHOFEN: Ein Helfertyp

Sepp Brander kurvte 13 Jahre lang für das Rote Kreuz durch die Region. Altershalber muss der 80-Jährige seinen Fahrdienst quittieren. Nun hilft er in der Nachbarschaft.

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Sepp Brander gibt Fahrdienstleiter Claude Ferrari den Ausweis zurück. (Bild: Donato Caspari)

Sepp Brander gibt Fahrdienstleiter Claude Ferrari den Ausweis zurück. (Bild: Donato Caspari)

«Zuhören, und nicht so viel schwatzen.» Das sei eine seiner Stärken, sagt Sepp Brander. 13 Jahre lang war er mehr oder weniger schweigsam in Bottighofen, Langrickenbach, Lengwil und Münsterlingen unterwegs. Zuletzt mit seinem silbergrauen Opel Astra. In der Windschutzscheibe spiegelte sich jeweils das rote Kreuz seines Ausweises. Denn er war Rotkreuzfahrer und chauffierte jeden zweiten Tag diejenigen, die selbst nicht mehr Auto fahren können zum Arzt oder zu Therapien. So auch den 92-jährigen Henry Ott: «Brander hat mich jeweils bis zur Tür begleitet und sie für mich aufgehalten. Das ist ganz ein feiner Mensch.» Zusammen mit vielen anderen, die auf die Hilfe des Bottighofers zählen durften, sass er am Dienstag im Kafi Bergli und hat Brander zum 80. Geburtstag überrascht. Fahrdienstleiter Claude Ferrari und Gemeinderat Patrik Hugelshofer dankten für seinen langjährigen ehrenamtlichen Einsatz. Es war ein emotionaler Moment, als Brander sagte: «Ich bin ein bitzeli traurig, dass jetzt Schluss ist.» Doch mit 80 Jahren muss er als Rotkreuzfahrer aufhören und den Ausweis abgeben. Langweilig wird es dem hilfsbereiten Rentner aber nicht. So mäht er zum Beispiel auch seit Jahren den Rasen seiner Nachbarin Lotti Weidmann. Diese erzählt die Anekdote: «Er hat sich einen Rasenroboter zugetan, damit er nicht mehr mähen muss. Jetzt mäht er bei mir.» (afl)