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BOTTIGHOFEN: Der Komponist spielt gleich selber

Das Symphonische Blasorchester Kreuzlingen hat in seinem Konzert mit dem Flötisten Franco Cesarini eine Demonstration höchster Blasmusikkunst geboten.
Erwin Schönenberger
Der Flötist und Komponist Franco Cesarini brillierte als Solist. (Bild: Erwin Schönenberger)

Der Flötist und Komponist Franco Cesarini brillierte als Solist. (Bild: Erwin Schönenberger)

Erwin Schönenberger

kreuzlingen

@thurgauerzeitung.ch

Das Symphonische Blasorchester Kreuzlingen (SBO) demonstrierte in seinem Classic-Konzert am Sonntagabend sein hochstehendes Können. Das Orchester unter der Leitung von Stefan Roth hatte mit Franco Cesarini einen Musiker eingeladen, der als Komponist, Dirigent und Solo-Flötist international bekannt und gefragt ist. Dass das Orchester den Saal des Dorfzentrums Bottighofen für sein Konzert gewählt hat, ist kaum ein Zufall. Der Saal bietet eine Akustik, wie man sie nur selten findet.

Für Blasmusikfans ist es fast ein Muss, die Konzerte des SBO zu besuchen, bildet dieses Orchester doch in allen Sparten der Blasmusik die Spitze des Könnens im Thurgau und ist auch über die Kantons- und Landesgrenzen bekannt. Dirigent Stefan Roth hat es verstanden, ein Blasorchester zu bilden, das in der Region wohl einzigartig in der musikalischen Qualität steht. So findet man auf dem Programm nur Kompositionen, die in Verlagsverzeichnissen als «sehr schwer» oder «äusserst schwer» eingestuft werden.

Mit Leichtigkeit durch die schwierigen Passagen

Schon in der Ouverture zur Oper «Le Roi d’Ys» von Édouard Lalo überzeugte das stattliche Orchester mit einer Klangvielfalt, die die Dramatik spürbar machte. Mit scheinbarer Leichtigkeit meisterte es auch die schwierigsten Passagen. Ja man spürte, dass den Musikanten das Spielen auf diesem Niveau zusagte. Besonders gefühlvoll und abwechslungsreich gestaltete Roth mit seinem leistungsfähigen Orchester «Praise Jerusalem» von Alfred Reed, bestehend aus verschiedenen Variationen über einen armenischen Osterchoral.

Fast jedes Mitglied eines Blasmusikvereins hat schon ein Werk des Tessiner Komponisten Franco Cesarini gespielt. In Dirigentenkreisen kennt man Cesarini auch als Lehrer für ambitionierte Leiter von Blasorchestern. Dass der sympathische Musiker auch ein gefragter Flötensolist ist, dürfte weniger bekannt sein. Nach dem grandiosen Konzert dürfte sich dies für die Besucher geändert haben. Schon der Umstand, dass Cesarini für zwei Wochenenden mit vier Konzerten in die Ostschweiz reist, war für die meisten eine Überraschung. Mit dem «Concerto Rococò» aus seiner Feder sorgte der Solist für den Höhepunkt des Konzerts. Unglaublich, mit welcher Präzision und Fingerfertigkeit Cesarini den anspruchsvollen Solopart meisterte. Und dies, ohne sich je musikalisch in den Vordergrund zu drängen. Was der Solist hier zeigte, war Spitzenklasse.

Die vier Erzengel klingen unterschiedlich

Den zweiten Teil des Konzerts bildete mit der Symphonie Nr. 1 «Die Erzengel», eine weitere Komposition von Franco Cesarini. Eindrücklich, wie der Komponist die verschiedenen Charaktere der vier Erzengel in Klänge umgesetzt hat. Erstaunlich aber auch, dass ein vorwiegend aus Laienmusikern bestehendes Orchester diese Vielfalt umzusetzen versteht. Also nochmals ein Hörgenuss, der unter die Haut ging.

Tosender Applaus belohnte die Akteure auf der Bühne für ihre grossartige Leistung, und man freut sich bereits auf die nächsten Auftritte des Spitzenorchesters. Die «Symphonia Classic» wird am 26. Mai in Aadorf und am 27. Mai in Berlingen wiederholt. Am 15. September wird das SBO auf Schloss Girsberg zeigen, dass es auch im Unterhaltungssektor zu Hause ist.

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