BONAU: Moschee baut Brücken

An die 35. Versammlung der Ahmadiyya kamen 700 Gäste. Es ist der schweizweit grösste, regelmässige Anlass für Muslime.

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Vorstandsmitglied Ataul Haque hält einen Vortrag an der 35. Jahresversammlung der Ahmadiyya Muslim Jamaat. (Bild: Christoph Heer)

Vorstandsmitglied Ataul Haque hält einen Vortrag an der 35. Jahresversammlung der Ahmadiyya Muslim Jamaat. (Bild: Christoph Heer)

Willkommen war einfach jeder. Ob Christen, Protestanten, Buddhisten oder Atheisten, die Organisatoren der Versammlung Jalsa Salana hiessen schon bei der Eingangskontrolle jedermann und jede Frau willkommen. An den drei Tagen über das Wochenende fand rund um die Nuur-Moschee die 35. Hauptversammlung der Ahmadiyya Muslim Jamaat Schweiz statt; rund 700 Gläubige aus der ganzen Schweiz nahmen daran teil.

Ataul Haque, Vorstandsmitglied der Ahmadiyya Muslim Jamaat Schweiz, betonte, dass die Freude wiederkehrend gross ist, wenn er Lokalpolitiker, Pfarrer, Nachbarn und andere Interessierte am Anlass begrüssen kann. «Diese Versammlung findet schon seit einigen Jahren hier statt, umso schöner, dass wir immer wieder Besucher aus den verschiedensten Kreisen bei uns haben dürfen.»

Viel Wohlwollen, aber kein Applaus

Die Gastfreundschaft der Muslime genoss auch die Wigoltinger Gemeindepräsidentin Sonja Wiesmann. Sie liess es sich nicht nehmen, ihren Dank mit einer kurzen Grussbotschaft zu übergeben. «Man spürt, dass es hier ein fester Bestandteil ist, Gäste einzuladen und dadurch Brücken bauen zu können zwischen den verschiedenen Kulturen. Heute ist es ein sehr gutes Beispiel dafür, denn wir stehen miteinander und gemeinsam hier.» Die Worte der Gemeindepräsidentin wurden wohlwollend aufgenommen – auf Applaus wird in den Kreisen der Muslime verzichtet. Für Ataul Haque ist es wichtig, ein Umfeld der Liebe und der Toleranz zu schaffen. «Unsere Versammlung steht absolut im Zeichen der Spiritualität und der Begegnung. Politik hat hier nur wenig Platz.»

Von Freitag bis Sonntag fanden zahlreiche Vorträge, eine in diesem Jahr spezielle Islamausstellung, Sonderveranstaltungen und Gebete statt; das Motto «Liebe für alle, Hass für keinen» wurde dabei eindrücklich vorgelebt.

Christoph Heer

weinfelden

@thurgauerzeitung.ch