Bösch folgt auf Anthenien

ROMANSHORN. Wechsel im Präsidium des Grünen Forums: Markus Bösch ersetzt Daniel Anthenien. Der Primarlehrer will ohne Scheuklappen politisieren. Einer Zusammenarbeit mit David H. Bon steht die Gruppe offen gegenüber.

Markus Schoch
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Umweltschutz bleibt zentral: Markus Bösch übernimmt das Präsidium des Grünen Forums von Daniel Anthenien. (Bild: Markus Schoch)

Umweltschutz bleibt zentral: Markus Bösch übernimmt das Präsidium des Grünen Forums von Daniel Anthenien. (Bild: Markus Schoch)

Mit Applaus wählte das Grüne Forum am Freitagabend an der Jahresversammlung Markus Bösch zum neuen Präsidenten. Der Primarlehrer ersetzt Daniel Anthenien, der die etwa 30köpfige Gruppe fünf Jahre geleitet hat. Er sei in seinem Amt «souverän und gründlich» gewesen, dankte ihm Urs Oberholzer, der Präsident der Thurgauer Grünen und Vorgänger von Anthenien.

«Es war keine One-Man-Show», gab Anthenien das Lob zurück. Er sei immer von den Mitgliedern unterstützt worden und habe sich getragen gefühlt.

Ohne Scheuklappen politisieren

Für Bösch ist der Klimaschutz «weiterhin die vordringlichste Aufgabe unserer Zeit». Das Grüne Forum sei darum weiter nötig. So würde ein Mobilitätskonzept Romanshorn «nicht schaden». Aber auch im Bereich der Grünflächen stehe noch nicht alles zum Besten.

Bösch will ohne Scheuklappen politisieren. «Das Denken und Einteilen in ein Links-rechts-Schema ist aus meiner Sicht definitiv überholt und mir zuwider.» Gerade im Lokalen sehe er «die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit allen Lagern».

Eine nachhaltige und umfassende Umweltpolitik setzte Offenheit voraus, sagte Bösch. «Ich meine im Zusammenhang mit Landschaftsschutz, Verkehr und Energie sind auch Themen wie Migration und Bevölkerungspolitik zu sehen.»

«Bon ist jetzt am Zug»

Bei den Gemeindeammannwahlen wurde das Grüne Forum auf dem falschen Fuss erwischt. Es unterstützte Norbert Senn, eine Mehrheit der Romanshorner zog ihm aber David H. Bon vor. Aus den Reihen der Mitglieder wurde deshalb der Wunsch geäussert, so schnell wie möglich mit Bon Kontakt aufzunehmen.

Anthenien erklärte auf Anfrage, dass das Grüne Forum einer Zusammenarbeit mit ihm offen gegenüber stehe. «Er ist jetzt am Zug.

Herr Bon muss sich bewähren und beweisen, was er kann, vor allem in den Bereichen, die uns wichtig sind.» Es gebe durchaus Berührungspunkte, so Anthenien. «Wir sind in bezug auf die Bahnhofstrasse gleicher Meinung und wollen wie er, dass das Zentrum gestärkt wird.

Problematische Zäune am Wald

Im letzten Jahr habe das Grüne Forum einiges erreicht, bilanzierte Anthenien. So sei dank ihrer Einsprache der Seeradweg im Seepark nicht wie geplant asphaltiert worden.

«Das war ein grosser Erfolg», sagte Anthenien.

Ein Dorn im Auge sind dem Grünen Forum die Zäune unmittelbar am Romanshorner Wald. Sie würden den Wildwechsel behindern oder sogar verunmöglichen, kritisierte Anthenien. Pro Natura habe sich mittlerweile des Problems angenommen.

Auch die Art Lounge am Hafen hat beim Grünen Forum zu Diskussionen geführt. «Unser Ansicht nach darf die Bunkerwiese nicht mehr mit Autos befahren werden», sagte Anthenien.