BODENSEEWETTER: Der Föhn hält Einzug

Christoph Frauenfelder
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Im Frühjahr und im Herbst weht der Föhn am häufigsten. In dieser Jahreszeit nehmen die Tiefdruckgebiete vom Atlantik her kommend eine Bahn über den Ostatlantik und die Britischen Inseln. Dadurch entwickelt sich über Mitteleuropa eine Südwest- bis Südströmung. Diese muss die Alpen überqueren. Dabei regnet sie auf der Südseite, als Folge des Staus, aus.

Auf der Alpennordseite hingegen stürzt die ausgeregnete, trockene Luft in die Täler hinunter und erwärmt sich dabei sehr stark. In den Föhntälern liegen die Temperaturen ohne weiteres fünf Grad höher als in den föhnfreien Gebieten. Nur eine starke Föhnströmung dringt im Rheintal bis zum Bodensee vor. Meistens erlahmt diese schon vorher. Auch das Appenzellerland kann heftige Föhnstürme erleben. Brülisau ist bei Föhnböen der Spitzenreiter. Dort werden spielend 100 Kilometer pro Stunde und mehr erreicht.

Diese Woche hält die Südwestströmung an. Darin sind mässig feuchte Luftmassen eingeschleust. So ist das Wetter zwar mild, aber nicht störungsfrei. Der Föhn erschwert eine genaue Prognose enorm. Er kann schlagartig zusammenbrechen und dem Regen vom Jura her Platz machen. Diese Woche wechseln sich Wolken und Sonne ab, die Niederschlagsneigung ist eher gering. Die Temperaturen erreichen bis 17 Grad, bei Föhn über 20 Grad. Damit liegen die Temperaturen mindestens fünf Grad über dem jahreszeitlichen Mittelwert.

Die ganze Woche über bleibt es frostfrei. Doch die Frostgefahr ist noch nicht gebannt. Noch Ende April oder Anfang Mai kann es im Unterland leichten Frost geben.

Christoph Frauenfelder