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«Bodan-Wettbewerb läuft weiter»

ROMANSHORN. Kauft die Gemeinde jetzt das gesamte Güterschuppenareal? Plant sie den Bau einer Mehrzweckhalle? Und wann kommt die Umzonung des Hafenareals vors Volk? Gemeindeammann David H. Bon erklärt im Interview, wie es unter seiner Führung in Romanshorn weitergeht.
«Es war zeitlich nicht möglich, die Umzonung des Hafenareals bereits an der Rechnungsgemeinde zu traktandieren»: David H. Bon. (Bild: Nana do Carmo)

«Es war zeitlich nicht möglich, die Umzonung des Hafenareals bereits an der Rechnungsgemeinde zu traktandieren»: David H. Bon. (Bild: Nana do Carmo)

Herr Bon, am Tag der Wahl erklärten Sie öffentlich, dass Sie Ihre Lebenspartnerin heiraten würden. Sind Sie bereits Mann und Frau?

David H. Bon: Nein, die Heirat wird im Herbst im kleinen Rahmen stattfinden.

Sie haben Norbert Senn aus dem Amt gedrängt. Bekommen Sie das von seinen Anhängern zu spüren?

Bon: Nicht direkt. Ich spüre weder im Gemeinderat noch im Dorf Ressentiments. Es gibt vielleicht Leute, die auf Distanz zu mir gehen.

Wie tief ist Romanshorn heute gespalten?

Bon: Es gibt sehr viele Leute, die mir gegenüber kritisch eingestellt sind und mir das auch zu verstehen gegeben haben. Es ist sicher eine gewisse Spaltung da im Dorf. Ich denke aber, es gibt nicht nur einen Graben und zwei Gruppen.

Die Erwartungen an Sie sind gross. Die Sieger der Saalabstimmung fordern, dass die Gemeinde nach dem Nein zum Saal jetzt das ganze Güterschuppenareal kauft. Nimmt der Gemeinderat einen neuen Anlauf dazu?

Bon: Die Gemeinde ist nach wie vor interessiert, in die Planung des Güterschuppenareals involviert zu sein. Das ist eine zentrale Frage. Wir haben uns ein Vorgehen überlegt und werden die Schritte in den nächsten Tagen kommunizieren und den Stimmbürgern an der Rechnungsgemeinde am nächsten Mittwoch auch erläutern.

Die IG Hafen verlangt eine Umzonung des Güterschuppenareals und hat dazu im April ein Volksbegehren eingereicht, das 822 Personen unterschrieben haben. Die Initianten erwarteten, dass der Antrag an der Rechnungsgemeinde traktandiert würde, was nicht der Fall ist. Warum ist das so?

Bon: Das hat mit den gesetzlich vorgeschriebenen Abläufen zu tun. Eine Änderung des Zonenplans und des Baureglementes muss öffentlich aufgelegt werden, so dass Betroffene Einsprache erheben können. Erst dann kann darüber abgestimmt werden. Zudem sind noch Fragen in bezug auf das Abstimmungsverfahren offen. Aus diesen Gründen war es zeitlich nicht möglich, das Volksbegehren bereits an der Rechnungsgemeinde zu traktandieren. Die Gemeinde hat aber ein Interesse daran, dass es dem Volk möglichst schnell zur Abstimmung vorgelegt wird. Wir werden nächste Woche die Stimmbürger über das weitere Vorgehen informieren, das mit der IG abgesprochen ist. Bis dahin sollten die letzten Details geklärt sein.

Die Abstimmung soll möglichst schnell stattfinden. Wann?

Bon: Das ist abhängig davon, ob wir eine Gemeindeversammlung durchführen müssen oder an der Urne über das Volksbegehren abgestimmt werden kann. Diese Frage klären wir im Moment noch ab. Je nachdem sind eine ausserordentliche Gemeindeversammlung im Herbst oder die eidgenössischen Wahlen vom 23. Oktober die nächsten Termine.

Hat sich der Gemeinderat schon eine Meinung zum Volksbegehren gemacht?

Bon: Nein, wir haben sie inhaltlich noch nicht im Detail besprochen. Wir sind aber generell der Meinung, dass wir zuerst wissen wollen, wie das Gelände im Rahmen einer Gesamtplanung entwickelt werden soll, bevor wir uns wieder zu Zonenfragen äussern.

Der Gestaltungsplan sah einen Saal am See vor, der jetzt nicht gebaut wird. Ist der Gestaltungsplan jetzt hinfällig, oder muss er einfach angepasst werden?

Bon: Wir haben ein laufendes Rechtsverfahren. Bevor das Verwaltungsgericht nicht entschieden hat, lässt sich nichts sagen.

Der Gemeinderat hat immer betont, zuerst müsse das Gestaltungsplanverfahren abgeschlossen sein, bevor er das Verkehrskonzept in Auftrag gebe. Die lärmgeplagten Anwohner am Hafen müssen also weiter warten?

Bon: Verkehr ist ein wichtiges Thema, nicht nur in Romanshorn. Für mich war immer klar, dass wir es gesamtheitlich angehen müssen. Ich gehe davon aus, dass wir das Thema unabhängig von der Weiterentwicklung des Güterschuppenareals anschauen. Es müsste aber sicher in ein Gesamtentwicklungskonzept integriert werden.

Nach dem Nein zum Saal am See ist der Ruf nach einer Mehrzweckhalle laut geworden. Geht die Gemeinde jetzt die Planung an?

Bon: Die Gemeinde macht jetzt eine Auslegeordnung. Vorher kann man zu Einzelprojekten schlicht nichts sagen. Aber sicher: Die Saalfrage stellt sich.

Die Frage sei trotzdem erlaubt: Der Investorenwettbewerb für das Bodan-Areal läuft. Sie selber halten gar nichts vom Vorgehen, wie Sie in einem früheren Interview erklärt haben. Wird der Wettbewerb jetzt gestoppt?

Bon: Das Verfahren läuft wie geplant weiter. Wir werden den Wettbewerb abschliessen und die zehn eingereichten Projekte jurieren. Erst dann werden wir entscheiden, wie es weitergehen soll: Sollen wir die Übung abbrechen, oder das Siegerprojekt sofort zur Abstimmung bringen?

Warum entscheidet der Gemeinderat nicht jetzt schon, ob es überhaupt noch Sinn macht, auf diesem Weg weiterzugehen?

Bon: Das Verfahren steht kurz vor dem Abschluss, es wäre deshalb nicht korrekt und würde auch keinen Sinn machen, jetzt einen Schlussstrich zu ziehen. Die Jurierung findet in den nächsten ein bis zwei Wochen statt. Es wird interessant sein zu sehen, welche Vorschläge die Planungsteams bringen. Ich freue mich sehr darauf zu sehen, was sich Profis zur Überbauung des Areals überlegt haben.

Sie wollen sich Freiräume schaffen für wichtige Aufgaben. Wie machen Sie das?

Bon: Im Moment habe ich genau die gleichen Aufgaben im Gemeinderat wie mein Vorgänger. Das ist gut so, es stimmt für mich. Es wäre ganz abgesehen davon im Moment auch nicht möglich gewesen, dass ich etwas abgebe, wenn alle anderen wegen des Rücktritts von Ruedi Meier mehr Arbeit haben. Wir sind so verblieben, dass wir in einem Jahr die Ressorts nochmals anschauen. Die Freiräume kann ich mir auch schaffen, wenn die Ressorts gleich bleiben.

Interview: Markus Schoch

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