Blick in die Sterne wird schärfer

KREUZLINGEN. Das Kreuzlinger Planetarium erhält nach 25 Jahren ein neues, moderneres Teleskop. Die Mitglieder der Astronomischen Vereinigung können künftig noch präziser den Himmel beobachten, ebenso wie Tausende von Besuchern.

Urs Brüschweiler
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Massarbeit: Das alte Teleskop entschwebt aus dem schmalen Spalt der Planetariumskuppel. (Bild: Wazi)

Massarbeit: Das alte Teleskop entschwebt aus dem schmalen Spalt der Planetariumskuppel. (Bild: Wazi)

«Nur eine Handbreit Spiel», habe man gehabt, erzählt Joseph Stalder. Er ist der Chefdemonstrator im Kreuzlinger Planetarium. Am letzten Mittwoch wurde in einer spektakulären Aktion mittels eines Pneukrans das Fernrohr aus der Kuppel gehoben. Der Beobachtungsspalt ist rund einen Meter breit, das Teleskop nur wenige Zentimeter schmaler. «Wir wussten, dass es passt, denn so ist das Teleskop vor 25 Jahren auch hineingekommen», sagt Stalder.

Die Aktion hat denn auch problemlos geklappt, trotz der nötigen Zentimeterarbeit und trotz der Schwierigkeit, dass der Kran nicht sehr nahe ans Planetarium heranfahren konnte. Ein spezieller Anblick war es für den Chefdemonstrator, als er das Herzstück der Himmelsbeobachtung über dem Quartier schweben sah. Bei einem Gewicht von immerhin 2,5 Tonnen war entsprechende Vorsicht geboten.

Nun ist das altgediente Teleskop vorerst eingelagert, und man versucht einen Käufer zu finden. Für die Zusatzinstrumente, welche ebenfalls neu beschafft werden müssen, habe man schon Käufer gefunden.

An Ostern betriebsbereit

Der Platz in der markanten Sechs-Meter-Kuppel musste freigemacht werden. Die Astronomische Vereinigung Kreuzlingen darf sich auf ein moderneres Gerät freuen. In Deutschland wurde ein neues Teleskop gekauft. Im Laufe des März wird es geliefert und installiert.

«Bis Ostern sollten wir damit betriebsbereit sein», sagt Stalder.

Damit geht ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung. «Das Bisherige war in Ordnung, um dem Publikum den Himmel in guter Qualität zeigen zu können.» Wunder dürfe man vom neuen Teleskop zwar keine erwarten, so Stalder. Grösser würden die Abbildungen nicht, aber «schärfer, präziser, genauer».

Klick auf den Stern, Suche läuft

Im Planetarium wird künftig viel mehr per Computer gesteuert. «Wir können auf dem Bildschirm auf einen Stern klicken, und dieser wird dann automatisch anvisiert; Zielen, abdrücken, suchen.» So könne man an einem Abend mehr Sterne beobachten und den Gästen präsentieren, weil man sie einfach schneller finde.

Das alte Teleskop wurde von Hand bedient. Die Orientierung am Himmel sei eine grosse Herausforderung gewesen, erzählt Stalder und gibt zu, dass er dies persönlich wahrscheinlich ein wenig vermissen werde.

Das Neue ist viel leichter

Doch für die 300 Mitglieder und 40 ehrenamtlichen Funktionsträger der Astronomischen Vereinigung überwiegt die Vorfreude.

Und natürlich ist man stolz, den Tausenden Besuchern, die jährlich ins Planetarium kommen, eine top Infrastruktur bieten zu können. Bis es so weit ist, wollen die Sternensucher noch die Kuppel auf Vordermann bringen, und Anpassungsarbeiten müssen auch noch durchgeführt werden. Die Montage des neuen Teleskops wird dafür etwas leichter, denn es wiegt nur noch einen Bruchteil des alten.

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