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Bleibende Erinnerungen an Papa

Mark Riklin und Cornel Riemle sammelten gestern bei Passanten auf dem Marktplatz Geschichten über Väter. Mit der Aktion wollen sie in der Gesellschaft Gedanken über die Bedeutung der Väter anregen.
Mario Testa
Cornel Riemle und Mark Riklin entlocken in ihrer mobilen Schreibstube auf dem Marktplatz zwei Passantinnen Geschichten über deren Väter. (Bild: Mario Testa)

Cornel Riemle und Mark Riklin entlocken in ihrer mobilen Schreibstube auf dem Marktplatz zwei Passantinnen Geschichten über deren Väter. (Bild: Mario Testa)

WEINFELDEN. Am Sonntag ist Vätertag. Der neunte Vätertag in der Schweiz. Ins Leben gerufen hatte ihn damals männer.ch, der Dachverband der Schweizer Männer- und Väterorganisationen. «Es sollte gar kein Thema mehr sein, aber noch ist die Gleichstellung in unserer Gesellschaft nicht erreicht. Auch aus Sicht der Männer», sagt Cornel Riemle. «Noch immer gilt der Mann als Ernährer. Aber wenn er will, sollte er auch Vater sein dürfen und die Partnerin für das Einkommen sorgen können.»

Auf eine unterschwellige und leichte Art wollen Riemle und Riklin zu Gedanken über Väter anregen. Sie befragen dazu Passanten in verschiedenen Ostschweizer Ortschaften. Gestern sassen sie auf Schaukelstühlen und Klappstühlen unter dem schattenspendenden Wettersegel auf dem Marktplatz – auf den Holzstühlen gegenüber nahmen jeweils Passantinnen und Passanten Platz und erzählten. Riemle und Riklin stellten ihnen allen nur die eine Frage: «Wenn Sie an Ihren Vater denken, welches Erlebnis vergessen Sie nie?»

Erinnerungen rühren zu Tränen

Auch Aleina Elezi und Corinne Schönholzer nehmen sich zehn Minuten in der Mittagspause Zeit und erzählen eine Geschichte über ihre Väter. Die beiden Männer auf der Gegenseite hören zu, machen Notizen, haken nach. «Es war schön, mir wieder einmal so ein Erlebnis mit meinem Vater in Erinnerung zu rufen», sagt Schönholzer mit Tränen in den Augen, als sie mit ihrer Kollegin nach dem kurzen Gespräch auf dem Klappstuhl zurück an die Arbeit geht.

Für die beiden Schreibenden ist die Arbeit mit dem Notieren der Geschichte der beiden Frauen nicht vorbei. «Nun redigieren wir die Geschichten und schicken sie den Auskunftspersonen zum Gegenlesen zu», sagt Mark Riklin. «Beim Durchlesen beschäftigen sich die Interviewten dann nochmals mit den Erinnerungen an ihren Vater. Viele schicken den Vätern die Texte auch zu – ein sehr wertvolles Geschenk für diese.»

Wie zu Beginn der Emanzipation

Hinter der Aktion von männer.ch und der Gruppe Familien Ost-Schweiz (FamOS) steht die Sensibilisierung der Gesellschaft für die Vereinbarkeit von Beruf und Vatersein bei Männern. «Aber es ist natürlich klar, wir stehen mit diesem Thema noch am Anfang, vielleicht zu vergleichen mit dem Beginn der Emanzipation», sagt Cornel Riemle. «Wir kämpfen für die Männer, aber viele Leute haben das Sensorium noch nicht für dieses Thema.» Deshalb wähle er den stillen und sanften Weg mittels Interviews, die die Befragten zum Nachdenken über die Rolle des eigenen Vaters führt.

Kanton unterstützt das Projekt

Auch die Fachstelle für Kinder-, Jugend- und Familienfragen des Kantons Thurgau beteiligt sich an «Vätergeschichten» als Mitglied der FamOS. «Wir wollen die Rolle des Vaters bewusst machen», sagt Fachstellenleiter Pascal Mächler. Am gestrigen Mittag vereinte er seine Rolle als Vater mit der als Berufsmann. Seine zwei Kinder erfreuen sich am Wasserspiel, während er Passanten anspricht und sie auf die freien Stühle bei Riklin und Riemle verweist.

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