Bisher Konkurrenz – jetzt Partner

Die Technischen Betriebe Weinfelden und die Swisscom arbeiten bei der Fertigstellung des Glasfasernetzes zusammen. Zu Beginn des Netzbaus 2009 konnten sich die beiden Parteien noch nicht einigen und bauten parallel an ihren Netzen.

Mario Testa
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Die beiden Netzelektriker Cyril Treuthardt und Leo Zimmermann verlegen für die Technischen Betriebe Weinfelden ein neues Kabel am Hohlweg. (Bild: Mario Testa)

Die beiden Netzelektriker Cyril Treuthardt und Leo Zimmermann verlegen für die Technischen Betriebe Weinfelden ein neues Kabel am Hohlweg. (Bild: Mario Testa)

WEINFELDEN. 3500 Wohnungen und Geschäfte in Weinfelden sind ans Glasfasernetz angeschlossen. Zu den meisten Liegenschaften verlaufen Leitungen der Technischen Betriebe Weinfelden (TBW), zu einigen solche der Swisscom und zu anderen sogar separate Kabel beider Anbieter. Die TBW und die Swisscom konnten sich zu Beginn des Netzaufbaus nicht auf eine Zusammenarbeit einigen und begannen daher jeweils ihr eigenes Netz aufzubauen – die TBW 2009, die Swisscom 2011.

Mit dieser Doppelspurigkeit ist es nun vorbei. «Es macht einfach keinen Sinn, dass wir uns im Netzbau konkurrenzieren», sagt TBW-Verwaltungsrat Kurt Bill-Herzog, der mit der Swisscom verhandelt hat. «Wir wollen uns mit den Angeboten konkurrenzieren, nicht mit dem Netzaufbau.» Die Zusammenarbeit sei auch im Interesse der Kunden. «Es gibt weniger Baustellen, und die Kosten für den Netzaufbau sinken, da wir sie uns mit der Swisscom teilen. Und doch haben alle Kunden die freie Auswahl bei den Dienstleistungen.»

Zugeständnisse beider Seiten

Die Swisscom und die TBW haben trotz anfänglich verhärteter Fronten die Verhandlungen über eine Zusammenarbeit nicht abgebrochen in den vergangenen Jahren. «Die Kooperation ist für alle Seiten der beste Weg», sagt Annina Merk, Mediensprecherin der Swisscom. «Beide Seiten haben nun gewisse Zugeständnisse gemacht. Doch es hat sich für beide Partner gelohnt.»

Für den weiteren Ausbau des Glasfasernetzes teilen sich TBW und Swisscom die Kosten und geben sich gegenseitige Nutzungsrechte für die Infrastruktur. Die TBW erschliesst nun die verbleibenden Liegenschaften, die Swisscom erstellt Verbindungen zwischen den einzelnen Trafostationen und ihrer Zentrale. Im kommenden Jahr findet zudem die Zusammenführung der beiden bestehenden Netze statt.

Ein ultraschnelles Netz

Bis Ende 2018 soll das Glasfasernetz in Weinfelden grösstenteils fertiggestellt sein. Dann sind 5800 Wohnungen und Geschäfte ans Netz angeschlossen. Es verspricht ultraschnelles Internet, moderne Telefonie und vielseitige Fernsehangebote.

Kurt Bill-Herzog Mitglied Verwaltungsrat Technische Betriebe Weinfelden (Bild: pd)

Kurt Bill-Herzog Mitglied Verwaltungsrat Technische Betriebe Weinfelden (Bild: pd)

Annina Merk Mediensprecherin Swisscom (Bild: pd)

Annina Merk Mediensprecherin Swisscom (Bild: pd)