BISCHOFSZELL: Zwei Gassen kommen neu dazu

Franziska Heeb und Erika Tolnai zeigen in Schaufenstern der Altstadt 26 Szenen des Osterwegs. Sie verwenden dafür handgefertigte biblische Figuren.

Werner Lenzin
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Franziska Heeb und Erika Tolnai gestalten mit gesichtslosen Schwarzenberger Erzählfiguren ein Schaufenster. (Bild: Werner Lenzin)

Franziska Heeb und Erika Tolnai gestalten mit gesichtslosen Schwarzenberger Erzählfiguren ein Schaufenster. (Bild: Werner Lenzin)

«Ursprünglich sollte der Osterweg ein einmaliges Ereignis sein, doch auf Wunsch vieler Leute haben wir uns nach zwei Jahren für eine weitere Durchführung entschieden», verrät Franziska Heeb. Sie und Erika Tolnai sind die beiden Initiantinnen des Bischofszeller Osterwegs.

Die beiden Frauen haben zwei Monate für die Darstellung der Ostergeschichte aufgewendet. «Zusätzlich haben wir die Neu- und Obergasse in der oberen Altstadt mit einbezogen, und in wiederum 21 Schaufenstern zeigen wir andere Szenen und Schwerpunkte», sagt Erika Tolnai. Die Ostergeschichte entspricht dieses Jahr dem Matthäus-Evangelium. Es sind 12 neue und 30 ausgeliehene Figuren hinzugekommen.

Für Religionsklassen und Familien geeignet

In der Papeterie Sauder am Grubplatz, im Fachgeschäft Bücher zum Turm in der Marktgasse und in der Café-Konditorei Jordi in der Marktgasse kann eine schmucke und farbig bebilderte Begleitbroschüre zum Preis von zwölf Franken bezogen werden. Sie ermöglicht Eltern und Religionsklassen vom 1. bis 25. April eine Vorbereitung für die Begehung des Osterwegs. Zudem finden öffentliche Führungen statt. Unterstützt wurden die Initiantinnen von den beiden Kirchgemeinden, der Stadt Bischofszell, den beiden Landeskirchen und weiteren Sponsoren. Franziska Heeb ist Kursleiterin für biblische Schwarzenberg-Figuren. Vor rund vier Jahren hat sie die ersten Erzählfiguren angefertigt. Die Arbeit mit diesen gesichtslosen Gestalten eröffnet ihrer Meinung nach einen neuen Zugang zur Botschaft des Alten und des Neuen Testaments sowie zur christlichen Kultur allgemein.


Die Osterbrunnen als weitere Attraktion

Die Produktion des Figurengerüsts erfolgt in einer Behindertenwerkstatt. Heeb und Tolnai schleifen und schneiden die Körperform und überziehen diese mit Stoff. Die Herstellung einer Figur dauert sechs bis zehn Stunden. Dazu kommen Requisiten wie Bänke, Häuserfronten, Tische, Stühle, Töpfe und vieles mehr. Über 100 der gezeigten Figuren sind im Verlaufe der letzten Jahre entstanden. Der Rundgang in der Altstadt lässt sich im Übrigen gut mit der Besichtigung der Osterbrunnen kombinieren.


Öffentliche Führungen:
Samstag, 1. April, 17 Uhr; Sonntag, 9. April, 14 Uhr, Donnerstag, 13. April, 17 Uhr; Besammlung jeweils bei der Papeterie Sauder.