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BISCHOFSZELL: Verborgenes wird sichtbar

Passend zu seinem Jahresthema lud der Pastoralraum Bischofsberg zu verschiedensten Aktivitäten an den zugehörigen Kirchenstandorten ein. In der Rosenstadt war der Kirchenschatz zu bestaunen.
Monika Wick
Gianni Christen zeigt einen Kelch aus dem Kirchenschatz. (Bild: Monika Wick)

Gianni Christen zeigt einen Kelch aus dem Kirchenschatz. (Bild: Monika Wick)

Monika Wick

bischofszell@thurgauerzeitung.ch

Der monumentale Altar in der katholischen Kirche St. Pelagius in Bischofszell könnte durchaus als Schatz bezeichnet werden. Neben dem Hauptblatt, das die Himmelfahrt Christis darstellt, zieren ihn pompöse Darstellungen von Heiligen und Engeln. Was sich aber in dem Raum hinter dem Altar befindet, raubte am Samstagnachmittag etlichen Besuchern des vom Pastoralraum Bischofsberg organisierten «Erlebnistag Kirche» den Atem. In zwei schrankgrossen Tresoren lagern die wirklichen Schätze der Kirchgemeinde.

Neben den Veranstaltungen, die in den Kirchen von Hauptwil, Sitterdorf und St. Pelagiberg stattfanden, gewährte die Kirche in Bischofszell allen Interessierten einen Blick hinter die Kulissen und präsentierte den über Jahrhunderte angesammelten Kirchenschatz. «Raten Sie einmal, welches das älteste Teil ist», fragte Gianni Christen, der den Anwesenden zuerst die beeindruckende Sammlung von Kelchen und Zimborien zeigte. «Es stammt aus dem Jahre 1550», löste der Theologe und Kunst- historiker auf.

Viele Schätze wurden eingeschmolzen

Laut Gianni Christen verfügt die Kirche Bischofszell wegen des Chorherrenstifts über einen der grössten Kirchenschätze der Region. Um das Familienvermögen zusammenzuhalten, wurde das Erbe in früheren Zeiten lediglich dem ältesten Sohn übergeben. «Während Töchter eine Mitgift erhielten, schickten Eltern ihre zweit- oder drittgeborenen Söhne in Klöster oder Stifte. Wenn diese verstarben, ging deren Besitz an das Stift über», wusste Gianni Christen zu berichten.

Viele Kirchenschätze wurden um das Jahr 1529 zerstört, indem sie eingeschmolzen wurden. «Die Reformation hatte damals dazu geführt, dass es in Bischofszell für ein paar Jahre kaum mehr Katholiken gab», sagte Gianni Christen. Besonders angetan zeigte er sich von ein paar grossen Kreuzen und Kerzenständern, die vom ortsansässigen Silberschmied Wolffriedrich Zwinger efertigt wurden. «Es ist speziell, dass solche Gegenstände am Ort bleiben», erklärte er. Zum Kirchenschatz zählen zudem ein über fünfhundert Jahre altes Gewand, kunstvoll verzierte Bücher oder sogenannte Volkskunst. Relativ schlicht war dagegen eine blecherne Dose, die sich in einem Schrank befand. «Hier drin ist etwas Makabres», verriet Gianni Christen den staunenden Gästen und beförderte eine Hand von Chorherr Franziskus von Brandenberg ins Freie. «Es heisst, dass er ein mildtätiger Mann war, uns seine Hände deshalb nicht verwesten», erklärte er.

Die Orgeln der Kirche sind ebenfalls Schätze

Durchaus auch als Schatz darf man die Orgeln der Kirche bezeichnen. «Dass eine Kirche über zwei Orgeln verfügt, die sich zusammenführen lassen, ist gewaltig», schwärmte der Hauptwiler Cornel Weibel, der den Interessierten Fragen beantwortete und den Instrumenten sakrale und volkstümliche Werke entlockte. Sehr zur Freude der Zuhörerinnen und Zuhörern. Zusammen verfügen die 1969 erbaute Chororgel und die sechs Jahre später errichtete Hauptorgel über 2128 Pfeifen.

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