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BISCHOFSZELL: Sprachschüler mögen kein Ananasjoghurt

Zum achten Mal findet das Rotary-Sprachcamp statt. Schülerinnen und Schüler von der Südhalbkugel lernen nicht nur Deutsch, sondern versuchen, sich auch ein gehöriges Mass Swissness anzueignen.
Tobias Bolli
Austauschschüler beim Deutschunterricht im Vereinszentrum Bleiche in Bischofszell. (Bild: Andrea Stalder)

Austauschschüler beim Deutschunterricht im Vereinszentrum Bleiche in Bischofszell. (Bild: Andrea Stalder)

Tobias Bolli

tobias.bolli@thurgauerzeitung.ch

Es gibt aufregendere Dinge als Akkusativendungen zu pauken. Um die Flexion richtig hinzukriegen, gilt es immer wieder zu fragen: Heisst es nun der, die oder das? Trotz der spröden Materie, die einfach auswendig gelernt werden muss, sind den Schülerinnen und Schülern keine Ermüdungserscheinungen anzumerken. Lachend beteiligen sie sich am Unterricht, sind Feuer und Flamme auch noch für die Beugung des x-ten Pronomens.

Die Jugendlichen im Alter von 15 bis 18 Jahren nehmen am zweiwöchigen Rotary-Sprachcamp in Bischofszell teil. Sie kommen allesamt von der Südhalbkugel: 19 aus Australien, vier aus Neuseeland und drei aus Argentinien; auch eine Brasilianerin wird hier im Vereinszentrum Bleiche unterrichtet. Das Lager bildet den Auftakt für das Austauschjahr und soll ein minimales sprachliches Fundament legen. Immerhin werden die Jugendlichen danach ein schweizerisches Gymnasium besuchen und bei mehreren Gasteltern wohnen dürfen.

Mehr als nur ein Sprachprogramm

Verantwortlich für das bereits achte Sprachcamp sind Andreas Weissen, Chair Jugendaustausch Rotary Schweiz-Liechtenstein, und Markus Wyss, der örtliche Vertreter des Rotary Clubs Oberthurgau. Vonseiten der Rotarier habe man sich vorgenommen, den Gästen eine sinnvolle Beschäftigung anzubieten – auch über das Sprachprogramm hinaus. So existieren acht verschiedene Workshops, die Verhaltensregeln, Kultur und sogenannte «Swissness» vermitteln sollen. Darunter versteht man typische schweizerische Attribute wie Präzision, Pünktlichkeit oder Sauberkeit.

Damit die Austauschschüler in die hiesige und nicht in die virtuelle Welt abtauchen, ist der Internetzugang im Vereinshaus beschränkt. Zwar existiert ein Anschluss, doch wird das Passwort nur in den wenigsten Fällen herausgerückt. «Wir wollen vermeiden, dass die Jugendlichen beispielsweise von einem Unglück noch vor uns erfahren.» Dann könne man nicht zeitnah darauf reagieren, sagt Wyss. Dieser Tage sei es aber nahezu unmöglich, den Internetzugang zu unterbinden. Die meisten Jugendlichen verfügten heutzutage über ein Smartphone und mobile Datenpakete.

Wyss, der bereits das erste Sprachcamp geleitet hat, ist voll des Lobes für die diesjährigen Schüler. «Es handelt sich bei den meisten um aufgeschlossene und selbstständige Leute», sagt er. Besonders interessieren ihn deren Ess- und Trinkgewohnheiten. Letztes Jahr wurde vor allem Schwarztee getrunken, dieses Jahr dagegen verblüffend viel Milch. Ananasjoghurt müsse er aber gar nicht erst bestellen, sie würde ohnehin verschmäht.

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