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BISCHOFSZELL: Space Schöttl im Sandbänkli gelandet

Töbi Tobler und Ficht Tanner sind Legenden. In Bischofszell spielten die beiden Vollblut-Musiker vor vollem Haus.
Töbi Tobler am Hackbrett, Ficht Tanner am Kontrabass.

Töbi Tobler am Hackbrett, Ficht Tanner am Kontrabass.

Das Appenzeller Space Schöttl, mit Töbi Tobler am Hackbrett und Ficht Tanner am Kontrabass, hat vor bald vierzig Jahren die Appenzeller Volksmusik aus ihren Fesseln befreit. Die Ausnahmemusiker halten sich an keine Grenzen, an keine Noten. Sie stimmen eine Melodie an, driften ab, improvisieren und holen aus ihren Instrumenten die erstaunlichsten Töne hervor, singen dazu aus dem Bauch heraus, meist ohne Worte.

Musikalisch ist das Appenzeller Space Schöttl schwer einzuordnen – oder wie Ficht Tanner treffend formuliert: «Es ist mehr ein Zustand, als ein Musikstil.» Am Konzert in der Aula Sandbänkli, zu dem die Literaria am Freitag eingeladen hatte, befanden sich die beiden Musiker in bestem Zustand. Es sei gar nicht so einfach, so vor sich her zu spielen, erklärten sie, taten dies aber mit übereinstimmender Präzision und reisten musikalisch vom Appenzellerland nach Russland: »Das Hackbrett war kaum mehr von einer Balalaika zu unterscheiden, unterstrichen von schwermütigem Gesang und dunklen tiefen Tönen vom Kontrabass. Mit einem Frühlingslied kämpften die Musiker gegen das Wetter an, das schuld sei, dass die Saiten immer wieder verstimmten.

Im zweiten Teil ging mit viel Groove dann so richtig die Post ab. Auf Wunsch spielten sie einen Blues, gratulierten mit Happy Birthday zum Geburtstag oder als Kontrastprogramm drifteten sie vom wehmütigen Seemannslied von Freddy Quinn nahtlos mit Honky Tonk Woman zu den Stones ab. Die Zuschauer waren begeistert, klatschen spontan für virtuose Höhenflüge und forderten erfolgreich eine Zugabe. Das Appenzeller Space Schöttl ist mit seinem aktuell-spontanen Programm in Bischofszell gelandet.

Barbara Hettich

bischofszell@thurgauerzeitung.ch

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