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BISCHOFSZELL: So schwer wie drei Würfelzucker

22 Primarschüler lernten die Fledermäuse besser kennen. Beim Ferienspass-Angebot konnte sogar ein Tier gestreichelt werden.
Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
Franziska Heeb zeigt den kleinen Gästen eine Zweifarbfledermaus. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Franziska Heeb zeigt den kleinen Gästen eine Zweifarbfledermaus. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

«In der Schweiz gibt es 30 verschiedene Fledermausarten», sagte Franziska Heeb von der Thurgauischen Koordinationsstelle für Fledermausschutz, Bischofszell. Einige Arten seien aber vom Aussterben bedroht. Gespannt hörten die Kinder ihren Worten zu.

Insgesamt 22 Primarschüler trafen sich am Mittwochvormittag zum Ferienspass in der Aula Sandbänkli in Bischofszell, um auf spielerische Art die Fledermäuse besser kennen zu lernen. Unterstützung erhielt die Kursleiterin Franziska Heeb von ihren beiden Töchtern Petra und Luzia.

Die Fledermaus braucht die Ohren zum Schauen

Das Ferienprogramm wurde vom Gemeinnützigen Frauenverein Bischofszell organisiert. Franziska Heeb erzählte die Geschichte vom Michel und der kleinen Leni – eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen einem Maler und einer kleinen Fledermaus. Die Kinder erfuhren unter anderem, dass die Ohren für die Fledermäuse sehr wichtig seien. «Die Fledermaus braucht ihre Ohren zum Schauen», erklärte die Kursleiterin. Denn sie nutzen diese für die Orientierung durch Echoortung. Franziska Heeb hob eine Zweifarbfledermaus aus der Kiste, die sie mitgebracht hatte. Mit einer Pinzette fütterte sie dem Winzling frische Mehlwürmer, und wer mochte, durfte das Tier streicheln. Diese Fledermaus sei etwa gleich schwer wie drei Würfelzucker und fresse in der Nacht ungefähr 3000 Mücken. «Das entspricht rund einem Drittel bis zur Hälfte ihres eigenen Körpergewichtes.»

Romina Forster aus Zihlschlacht erzählte, dass sie schon zu Hause Fledermäuse gesehen habe. «Sie kommen, wenn es dunkel wird», ergänzte die Erstklässlerin. «Wir wohnen neben der Kirche, dort hat es Fledermäuse», sagte der siebenjährige Alessio Leucci aus Sitterdorf. «Und ich habe schon zwei Fledermäuse bei meinem Opa gesehen. Sie hingen bei ihm im Keller an der Decke», erklärte Yven Hug, während er in sein Fledermaus-­Guezli biss. «Das Guezli schmeckt so fein und sieht aus wie eine richtige Fledermaus», sagte der Erstklässler aus Schweizersholz. Zum Znüni – wie könnte es auch anders sein – gab es nämlich Mürbeteig-Fledermaus-Guezli.

Anschliessend durften die Kinder einen Fledermaus-Schlüsselanhänger aus Filz basteln. Die sechsjährige Leya Züst aus Bischofszell meinte: «Ich habe heute zum ersten Mal eine Fledermaus gestreichelt. Sie war so flauschig weich, viel weicher als mein Schlüsselanhänger.»

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer

bischofszell@thurgauerzeitung.ch

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