BISCHOFSZELL: «Rosen schneidet man ziemlich rabiat»

Kurt Herter aus Nussbaumen steht mitten zwischen den stachligen Rosenstrünken, eine Gartenschere in der Hand. Über 30 Personen sind im Barockgarten an der alten Stadtmauer von Bischofszell um den Rosenexperten versammelt. Jetzt sei genau der richtige Zeitpunkt, um die Rosen zu schneiden, sagt dieser.

Barbara Hettich
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Kurt Herter rückt den Rosenstrünken mit der Gartenschere zu Leibe. Ein guter Schnitt sorgt im Sommer für eine schöne Blütenpracht. (Bild: Barbara Hettich)

Kurt Herter rückt den Rosenstrünken mit der Gartenschere zu Leibe. Ein guter Schnitt sorgt im Sommer für eine schöne Blütenpracht. (Bild: Barbara Hettich)

Kurt Herter aus Nussbaumen steht mitten zwischen den stachligen Rosenstrünken, eine Gartenschere in der Hand. Über 30 Personen sind im Barockgarten an der alten Stadtmauer von Bischofszell um den Rosenexperten versammelt. Jetzt sei genau der richtige Zeitpunkt, um die Rosen zu schneiden, sagt dieser.

Schwache Triebe müssen weg

«Rosen schneidet man ziemlich rabiat», sagt der Fachmann, und er macht es auch gleich vor: Ob Beet-, Busch- oder Kletterrosen – die schwachen Triebe müssen weg, soll sich die Rose im kommenden Sommer in ihrer Blüte voll entfalten.

Für einen sauberen Schnitt braucht es die richtige Schere. «Eine wackere Rosenschere ist zwar teuer, aber die hält dann auch das Leben lang», sagt Herter und zeigt, worauf es ankommt, belächelt eine 10-Franken-Schere einer Kursteilnehmerin und präsentiert noch sein Rosenmesser mit japanischer Klinge für die dicken Triebe.

Ein Zentimeter über dem Auge

Man hat verstanden, um was es geht. Die Kursteilnehmer fallen mit Handschuh und Schere bewaffnet erstmals über die Beetrosen her. Dann geht es den Edelrosen an den Kragen. «Schneidet dort, wo ihr einen neuen Ast haben möchtet, einen Zentimeter über dem Auge», erklärt Kurt Herter. Dann geht es zu den Rosen, die an der alten Stadtmauer entlang wachsen. Innert kürzester Zeit ist aus einem Durcheinander von Trieben eine klare Ordnung entstanden. Der Kursleiter wird mit Fragen überhäuft, hat auf alles eine Antwort, und die Hobbygärtner und Rosenliebhaber sind mit Begeisterung bei der Sache. Maria Schurtenberger aus Bürglen ist erstmals an einem Rosenschnittkurs. «Man lernt das so besser als aus einem Büchlein», meint sie. «Ich habe meine Rosen noch nie so radikal geschnitten», lautet ihr Fazit.

Edith Kellenberger aus Bischofszell sagt: «Bislang habe ich meine Rosen nach Gefühl geschnitten. Der Kurs wird mir mehr Sicherheit beim Schneiden geben.» Das bestätigt eine weitere Rosenliebhaberin. Im Rosenwettbewerb um die schönste Rose will sie dieses Jahr wieder einen vorderen Rang ergattern.

Der Rosenschnittkurs sei ein Bedürfnis, weiss Sonia Wolfensberger aus Hauptwil, Präsidentin der regionalen Rosengruppe der Gesellschaft Schweizerischer Rosenfreunde. Seit mittlerweile 12 Jahren gibt es in Bischofszell diesen Kurs, und jedes Jahr würden jeweils über 30 Interessierte daran teilnehmen.