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BISCHOFSZELL: Randale am stillen Örtchen

Das öffentliche WC in der Kornhalle wird häufig von Vandalen heimgesucht. Jetzt schreitet der Stadtrat ein. Er verfügt eine Schliessung der Anlage in den Abend- und Nachtstunden.
Georg Stelzner
Die öffentliche WC-Anlage an der Ecke Bahnhofstrasse/Kirchgasse in der Bischofszeller Altstadt. (Bild: Donato Caspari)

Die öffentliche WC-Anlage an der Ecke Bahnhofstrasse/Kirchgasse in der Bischofszeller Altstadt. (Bild: Donato Caspari)

Beschädigte öffentliche Toiletten sind beileibe kein Phänomen, das sich auf Bischofszell beschränkt. Im Falle der Rosenstadt sind verschmutzte oder zerstörte WC-Anlagen aber insofern besonders ärgerlich, als dadurch auch das touristische Renommée ramponiert wird. Wer «muss», jedoch nicht kann, weil er kein WC vorfindet, oder nicht will, weil er die Verhältnisse als unzumutbar erachtet, der wird die betreffende Ortschaft in keiner guten Erinnerung behalten.

Einen traurigen Höhepunkt erreichte die Zerstörungswut im August dieses Jahres, als im öffentlichen Frauen-WC der Kornhalle Inventar angezündet wurde und ein Schaden von 4100 Franken entstand. «Die laufenden Unterhaltskosten für diese Anlage im aktuellen Jahr betragen insgesamt bereits über 10 000 Franken», gibt Stadtpräsident Thomas Weingart zu bedenken. Im Unterschied zu den anderen öffentlichen Toiletten sei dieses WC geheizt, glaubt er einen Grund für den häufigen Besuch durch Vandalen zu kennen.

Eine völlige Schliessung wäre problematisch

Vandalenakte im Kornhallen-WC gab es laut Auskunft von Weingart schon früher. Er verweist darauf, dass sich der Stadtrat mit dieser Problematik bereits seit über zehn Jahren befasse. So sei dieses öffentliche WC aufgrund hoher Unterhalts- und Reinigungskosten im Frühjahr 2005 zuerst nachts und später dann ganz geschlossen worden.

Vier Jahre später kam der Stadtrat auf seinen Entscheid zurück. Nachdem es jedoch erneut zu Beschädigungen gekommen war, verfügte er 2015 den Einbau einer automatischen Schliessanlage, welche eine Benützung der Toiletten von 22 bis 6 Uhr verunmöglichen sollte. Genützt hat diese Massnahme wenig, wurde der Verschlussmechanismus doch kurzerhand manipuliert.

Nach den jüngsten Verunreinigungen und Beschädigungen stand der Stadtrat erneut vor der Frage, ob es nicht besser wäre, besagtes WC wieder ganz zu schliessen. Er entschied sich – nicht zuletzt aus Rücksicht auf auswärtige Besucher – dagegen. «Wir halten gut erreichbare öffentliche Toiletten in Zentrumsnähe für wichtig», sagt Weingart.

Den Dingen einfach freien Lauf zu lassen, konnte aber auch keine Option sein. Aus diesem Grund entschied sich der Stadtrat dafür, die Öffnungszeit zu verkürzen: Das WC an der Ecke Bahnhofstrasse/Kirchgasse ist jetzt in der Zeit von 18 bis 6 Uhr geschlossen ist. Bisher war es bis zehn Uhr abends geöffnet. Begründet wird die Massnahme vom Stadtpräsidenten so: «Tagsüber gehen in der Liegenschaft Kornhalle Leute ein und aus oder sie parkieren unmittelbar vor dem Eingang zu den Toiletten. Die Wahrscheinlichkeit, dass am Tag jemand randaliert, dürfte deshalb geringer sein.»

Videoüberwachung oder Münzeinwurf denkbar

Beim Versuch, das Problem in den Griff zu bekommen, ist der Stadtrat nicht nur kompromissbereit. Er beweist auch Sinn für Pragmatismus, denn während grossen Veranstaltungen wird das Kornhallen-WC der Öffentlichkeit auch nach 18 Uhr zugänglich sein. In Frage kommen zum Beispiel die Rosen- und Kulturwoche sowie der Adventsmarkt. Die anderen beiden öffentlichen Toiletten können weiterhin uneingeschränkt benützt werden.

Wegen der Sachschäden vom Sommer hat der Stadtrat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Hinweise auf die Täterschaft gibt es noch nicht. Zur Vorbeugung weiterer Vandalenakte werden vom Stadtrat weitere Massnahmen geprüft. Laut Weingart denkt man an eine Videoüberwachung oder einen Münzeinwurf. Ob es wirklich einmal dazu kommt, hänge aber von der Verhältnismässigkeit ab. «Zuerst müssen die genauen Kosten eruiert werden», erklärt der Stadtpräsident.

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